Selbstverständlich ist es nicht, dass ein erstmaliges Zusammengehen dreier ganz unterschiedlicher Musikformationen glückt. In der Kirche Menziken ist der Versuch mehr als gelungen und lässt auf eine Wiederholung hoffen. Erfolgreich zusammen musiziert haben die MG Concordia Menziken, der OV Reinach und der Schülerchor der ersten Bezirksschulklassen Menziken und Reinach.

Klug gestaltetes Programm

Das Programm war überaus abwechslungsreich, enthielt ebenso Bekanntes wie Trouvaillen. Die Palette der Komponisten reichte von Österreich über Tschechien nach Russland, von dort nach Holland und weiter bis ins entfernte Amerika.

Den Auftakt machte die Musikgesellschaft Concordia mit Anton Bruckners «Graduale», ein Chorwerk, von der früheren Dirigentin Isabelle Ruf-Weber passend bearbeitet für Blasorchester. Nach dem feierlichen Einstieg etwas ganz Anderes, ein brillantes Stück von Dizzy Stratford, der eigentlich Jacob de Haan heisst und Holländer ist. Den ersten Teil beschloss die Musikgesellschaft mit Julius Fuciks berühmtem Florentiner Marsch. Besonders hier beeindruckte die Qualität der Musikgesellschaft. Während dieser Marsch meistens einfach laut heruntergerasselt wird, versuchte Dirigent Sepp Lüthy zu differenzieren und – vor allem im Trio – die Feinheiten herauszuarbeiten.

Höhepunkte im zweiten Teil

Das Programmheft kündigte sie als Höhepunkt an, was nicht ganz ungefährlich ist. Aber es war denn auch so: Dimitri Schostakowitschs zweite Suite für Jazz-Orchester fordert von den Interpreten sehr viel. Die Suite ist für grosses Sinfonieorchester geschrieben. Es war eine spannende Idee (und in deren Umsetzung wohl eine Novität), aus dem Orchesterverein Reinach und der Musikgesellschaft Concordia eben dieses Sinfonieorchester zu bilden.

Natürlich entsprach die so entstehende Formation nicht ganz dem, was Schostakowitsch in seiner Partitur vorsah. Das tat aber dem Ergebnis, das sich hören liess, keinen Abbruch. Da setzte sich jede und jeder im Orchester für eine klangschöne und rhythmisch sichere Interpretation ein. Ein Genuss zum Beispiel zuzusehen, wie sich der Spieler der Becken und des Triangels in den Dienst des Ganzen stellte, mit höchster Konzentration und riesiger Spiellust! Dazu gab es zahlreiche Soli, die (fast) durchwegs makellos daherkamen. Zu erwähnen auch der überzeugend dargestellte Part des Akkordeons, gespielt von Sabine Bachmann. Mit klarer Zeichengebung führte David Reitz «seine» rund 50 Instrumentalisten durch die Suite und durfte zu Recht den grossen Applaus des Publikums entgegennehmen.

Die Musik zu Filmen

Oft sitzt man im Kino, ist fasziniert vom Geschehen auf der Leinwand und nimmt die zum Film komponierte Musik kaum wahr. Schön, dass in der Kirche Menziken für einmal die Musik zu berühmten Filmen im Zentrum stand – und man entdeckte Packendes, Brillantes, aber auch Berührendes. Hier gesellte sich der Chor der Bezirksschulen Menziken und Reinach zu den Instrumentalisten. Von Ruedi Lehnherr sorgfältig vorbereitet setzten die rund 30 jugendlichen Sängerinnen und Sänger einen weiteren Farbtupfer, in Ausschnitten aus der Musik zu «Titanic» oder zu «Lord of the Rings», beides präzis und sichtbar mit Lust vorgetragenen.

David Reitz war für die 80 Mitwirkenden ein verlässlicher und motivierender Leiter. Schulmusik kann durchaus spannend sein, wenn man es richtig macht! Dass ein Schüler kurze Soli mit der Violine einflechten durfte, zeigt, dass der Musiklehrer sein Fach ernst nimmt und ein echter Förderer ist. Vielleicht, so ist zu hoffen, sitzt der Junge dereinst selber im Orchesterverein!

Das Konzert wird mit leicht abgeändertem Programm am 10. November in der ref. Kirche Reinach wiederholt.