Menziken
Das ehemalige Armenhaus erstrahlt in neuem Glanz

Nach der 1,3-Millionen-Sanierung öffnet das Bürgerheim Menziken seine Tore für die Bevölkerung.

Melanie Eichenberger
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Das sanierte Bürgerheim verfügt nach den Bauarbeiten über 28 Zimmer – neu ist auch das Verwalterhaus integriert.

Das sanierte Bürgerheim verfügt nach den Bauarbeiten über 28 Zimmer – neu ist auch das Verwalterhaus integriert.

Melanie Eichenberger

«Gmeind steht hinter dem Bürgerheim» titelte die AZ im Juni 2015, nachdem die Gemeindeversammlung den Kredit von 950'000 Franken genehmigt hatte. Knapp ein Jahr später stellte der Architekt bei der Detailplanung fest, dass der auf einer ersten Schätzung basierende Betrag von knapp einer Million nicht ausreicht, um die vorgesehenen, nötigsten Sanierungsarbeiten zu realisieren. Der Gemeinderat beantragte an der Sommergmeind 2016 einen Nachtragskredit von 300'000 Franken. Auch dieser wurde gutgeheissen.

Jetzt sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Die Kreditabrechnung von 1'268'170 Franken (Kreditüberschreitung: 18'170 Franken) wurde an der vergangenen Gemeindeversammlung genehmigt. Morgen lädt die Gemeinde und das Bürgerheim zwischen 14 und 16 Uhr zum Tag der offenen Tür. Dabei wird der Bevölkerung die renovierten Räumlichkeiten und der Betrieb gezeigt.

Bürgerheim hat lange Tradition

Das 1827 erbaute Gebäude taucht erstmals 1848 in den Büchern der Gemeinde auf. Es wurde ursprünglich als Armenhaus für Menziker Ortsbürger betrieben und schliesslich jahrelang als Altersheim, bis die rechtlichen Vorgaben eine Führung des Bürgerheims als reines Altersheim verunmöglichten. Seither bietet das Heim geschützte Wohnmöglichkeiten mit Betreuung an. Hier wohnen erwachsene Menschen, die nicht autonom leben können oder wollen und besondere Betreuungsbedürfnisse haben: Frauen und Männer mit einer psychischen, physischen oder sozialen Beeinträchtigung.

Die Räumlichkeiten des Hauses, das ausgangs Menziken Richtung Gunzwil steht, waren «stark abgewohnt», wie der Gemeinderat in seiner Botschaft 2015 schrieb. Im Jahr 2017 wurde das Bürgerheim bei laufendem Betrieb saniert.

28 moderne Zimmer

Bis zur Sanierung verfügte lediglich eins der 22 Zimmer über ein eigenes WC. Ein weiteres über eine Dusche. Alle anderen Bewohner mussten die Gemeinschaftsanlagen im Etagen-Zwischenbereich benutzen. Dies entsprach nicht mehr den heutigen Standards. Nun verfügt das Bürgerheim über 28 Zimmer: 22 Einzelzimmer und zwei Wohngemeinschaften mit je drei Einzelzimmer. Das ehemalige Verwalterhaus wurde in den Gesamtbetrieb integriert.

Die Sanierungskosten werden mit den Tagestaxen refinanziert, sagte Gemeinderat Alfred Merz im Mai 2015. Diese müssten bezahlbar bleiben: Der Tagessatz liegt seit der Sanierung auf 103 Franken pro Tag.