Zetzwil
Das Dorf im oberen Wynental ist besonders kinderfreundlich

Die Gemeinde Zetzwil erhält das Unicef-Label für ihre Anstrengungen zum Wohl ihrer Kinder und Jugendlichen.

Rahel Plüss
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Zusammen mit Schulhausabwart Dieter Häfeli bereiten die Kinder ihren Spielplatz vor.zvg

Zusammen mit Schulhausabwart Dieter Häfeli bereiten die Kinder ihren Spielplatz vor.zvg

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Sie wurden nicht nur gefragt, was sie sich wünschen, sie durften auch gleich Hand mit anlegen: In Gummistiefeln und Arbeitskombis gruben und schaufelten die Kinder des Kindergartens KIZ in Zetzwil diese Woche Löcher für die neuen, selber ausgesuchten Spielgeräte. Diese Aktion ist eine von vielen Massnahmen, die Zetzwil für das Erlangen des Unicef-Labels «Kinderfreundliche Gemeinde» in Angriff nimmt.

Das geht nicht von heute auf morgen. Seit 2012 ist der Gemeinderat Zetzwil daran, Bedürfnisse abzuklären und Massnahmen zu planen. Als Erstes wurde eine Standortbestimmung aus Sicht der Erwachsenen gemacht. Was hat die Gemeinde? Was fehlt? «Die Befragung der Eltern hat gezeigt, dass in Zetzwil im Bereich Familie schon viele Bedürfnisse abgedeckt sind», sagt der zuständige Gemeinderat und Initiator des Projekts, Claudio Zanatta. Hier sei vor allem noch der Wunsch nach einem Elternverein oder Tagesstrukturen geäussert worden. «Das sind Themen, die wir gerne aufnehmen und anstossen, die wir aber nicht allein auf Gemeindeebene lösen können.»

Als Zweites wurde ein Workshop mit den Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Dazu gehörte unter anderem eine gemeinsame Begehung des Schulwegs von Unterstufe und Kindergarten zusammen mit einer Fachperson. Wo gefällt es mir gut? Wo fühle ich mich unwohl? Welche Passagen sind gefährlich? Diese und ähnliche Fragen durften die Kinder unterwegs spontan beantworten. Um die Schulwege der Jugendlichen zu erfassen, wurden die älteren Schülerinnen und Schüler mit einem GPS-Gerät ausgerüstet und so ihre Wege zur Schule und wieder nach Hause verfolgt und stark frequentierte Stellen auf ihre Gefährlichkeit hin überprüft.

15 Massnahmen werden umgesetzt

Aufgrund der Resultate aus der Schulwegsevaluation und vieler weiterer Wünsche seitens der Kinder, hat der Gemeinderat einen Massnahmenkatalog erstellt. 15 Massnahmen von «mehr Sitzball in der Schule» über Partizipationsmöglichkeiten der Kinder in der Politik bis zur Sanierung der Kantonsstrasse Zetzwil-Gontenschwil wurden ausgearbeitet. Diese gilt es, in den kommenden vier Jahren umzusetzen.

Für die Umsetzung der Massnahmentranche in diesem Jahr wurde ein Betrag in Höhe von 12 000 Franken budgetiert. Insgesamt belaufen sich die Projektkosten auf rund 50 000 Franken. Dabei nicht berücksichtigt ist die Sanierung der Kantonsstrasse, die separat läuft. Die Kosten hierfür betragen ersten Schätzungen zufolge ungefähr 500 000 Franken. Sie werden zu einem Grossteil vom Kanton getragen.

Für Gemeindeammann Claudio Zanatta ist es keine Frage, dass sich die Investitionen für die Kinder und Jugendlichen lohnen: «Wir können zeigen, dass wir eine innovative Gemeinde sind, die ihre Einwohner – und sind sie auch noch so klein – ernst nimmt und mit einbezieht.» Das mache die Gemeinde nicht nur als Wohnort, sondern beispielsweise auch die Schule oder die Verwaltung als Arbeitsplatz attraktiv.

Label-Übergabe: Am 7. Mai im Rahmen des Festes «90 Jahre Schulhaus Zetzwil»