Schöftland

Das Comeback eines Migros-Kindes – Manuel Schmucki wird Marktleiter

Anpacken: Dem geübten Auge von Manuel Schmucki entgeht nichts.

Anpacken: Dem geübten Auge von Manuel Schmucki entgeht nichts.

Der neue Marktleiter Manuel Schmucki kommt vielen irgendwie bekannt vor. Von 2011 bis 2014 war er bereits stellvertretender Leiter. Während dieser Zeit scheint er einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben.

Die Kundin hat zu spät gemerkt, dass das eine Rad am Migroswägeli klappert. Sie hat es bereits vom Parkplatz in die Migros Schöftland reingeschoben. Nun will sie es nicht mehr austauschen, lieber durchbeissen für den Einkauf mit dem Klapperwägeli. Doch schon nach wenigen Schritten kommt Hilfe angerannt. Ein aufmerksamer Mitarbeiter spricht sie an und bringt ihr sogleich einen neuen Wagen von draussen.

Es ist niemand Geringeres als der Marktleiter persönlich, mit dem die Kundin das Vergnügen hatte. Seit September führt der 33-jährige Manuel Schmucki die Filiale in Schöftland. Unbekannt dürfte er der hiesigen Kundschaft aber nicht sein. Mit dem Chefposten kehrte Schmucki nach drei Jahren Absenz dorthin zurück, wo er bereits von 2011 und 2014 stellvertretender Leiter war. Und während dieser Zeit schien er einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. «Gleich als ich sah, dass er wieder hier ist, ging ich ihn begrüssen», sagt eine Kundin beim Gemüsestand. Danach habe sie es vor Freude gleich einer Freundin erzählen müssen. «Manuel ist aufgestellt und als Kundin merkt man, dass er seinen Job gerne macht.»

«Ich wurde dazu erzogen, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen», sagt Schmucki dazu und schmunzelt. «Heute setzt der Detailhandel auf das Einkaufserlebnis und wir Angestellte sind ein Teil davon, vor allem in ländlichen Läden.» Ein «Hoi», ein kurzer Schwatz oder eine Kochempfehlung vom Metzger mache den Supermarkt persönlicher.

Für alle da sein

Viel Zeit für den Schwatz zwischendurch liegt für den Chef jedoch nicht drin. Gleich mehrere Sachen auf einmal macht er, während er zwischen den Regalen durchgeht: Der Mitarbeiterin einen Tipp geben, etwas zurechtrücken, die Gemüseauslage nach überreifen Tomaten absuchen. Plötzlich kommt ein Kollege aufgeregt auf ihn zugelaufen: Eben sind Weihnachtswaren angeliefert worden, wo sollen die hin? Die Gestelle dazu werden bereits von zwei weiteren Kolleginnen vorbereitet. Auch sie haben noch eine Frage an den Chef.

Einen Tag lang überall zum Rechten schauen, anpacken, wo es nötig ist, planen und Zahlen berechnen: Bei all der Hektik ist der junge Chef froh, dass er so nahe wohnt, um über den Mittag Zeit mit seiner Familie (die beiden Buben sind zwei Jahre sowie zwei Monate alt) zu verbringen. 2015 sind die Schmuckis nach Schöftland gezogen und fühlen sich im Dorf gut aufgehoben. «Es ist nicht zu gross und bietet trotzdem alles – Restaurants, Einkaufen, Veranstaltungen», sagt Schmucki.

Verkäufer und Käufer zugleich

Der gebürtige Oberentfelder ist ein wahres Migros-Kind. Seit er als Teenager die Lehre zum Detailhandelsfachmann in der Entfelder Filiale gemacht hat, ist er dem orangen M treu geblieben. Nach der Ausbildung folgten mehrere Stationen im Westaargau, zuletzt als Marktleiter in Wildegg. Nun zurück in Schöftland, ist er Kunde und Anbieter zugleich – und ist als junger Familienvater auch Teil eines wichtigen Kundensegments: «Familien, die ein- bis zweimal die Woche einen Grosseinkauf machen, gehören zu unseren typischen Kunden.»
Seit er die Filiale unter sich hat, haben sich schon ein paar Sachen geändert. «Man sollte ja nicht gleich zu Beginn alles verändern wollen, aber wenn man eine Filiale neu übernimmt, möchte man ihr auch gleich eine neue Ausstrahlung verleihen. So werden die Kunden bald an neuen Migros-Bildern vorbeilaufen, während sie die Rampe zum Laden hoch gehen.

Diejenigen, die jetzt dort hängen; ein strahlendes Kindergesicht und eine orange Blume, sind schon hier, seit Schmucki sich erinnern kann. Zu anderen geplanten Neuerungen will der Chef noch nicht zu viel verraten. Eine Modernisierung zum neuen Migros-Konzept sei in nächster Zeit in Schöftland nicht geplant, «also machen wir ein paar kleinere Face-Liftings».

Am freien Tag, wenn er die orange-rote Uniform mit der Jeans tauscht, kann er als Kunde gleich selber testen, ob seine Konzept Anklang finden.

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