Reinach
Das Bundesamt für Seitensprung am WEF

Im Jubiläumsjahr - 20 Jahre existiert der Verein - spielt die Theatergruppe Tandem im Saalbau Reinach die Farce «Room-Service». Am Freitag ist Premiere.

Peter Weingartner
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Welche Geschichte tischt Fink (rechts) seinem Chef wieder auf
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Reporter Jakob hat seine Story
Ob Fink weiss, wer ihn da einseift
Probe der Theatergruppe Tandem, Reinach
Kessler und seine Frau
Kessler besticht Giovanni
Giovanni weiss mehr
Giovanni profitiert
Giovanni hat den Überblick
Fitness ist wichtig
Fink sieht sich vom Zimmermädchen bedrängt
Fink macht grosse Augen
Es wird eng für die Männer
Die Frauen sichen Beweismaterial
Fink ist es nicht mehr ganz geheuer

Welche Geschichte tischt Fink (rechts) seinem Chef wieder auf

Peter Weingartner

Eine reizvolle Ausgangslage: Das World Economic Forum (WEF) in Davos findet dieses Jahr zum Thema «Globale Gleichberechtigung» statt. Der Verhaltensforscher Dr. Hanspeter Kessler soll zum Thema referieren. Dem aber steht der Sinn nach Seitensprung. Dumm nur, dass seine Frau darauf bestanden hat, ihren Mann nach Davos zu begleiten. Kesslers Assistent Georg Fink kommt die Aufgabe zu, für seinen Chef die Tête-à-Têtes zu richten. Der freilich ist dabei nicht allzu geschickt. Globale Gleichberechtigung: ein hintersinniges Motto. Kesslers Angetraute Tina ist nämlich ebenfalls sprungbereit sozusagen. Und Muttersöhnchen Fink ihr Opfer.

Das Stück ist an Turbulenzen und Verwicklungen kaum zu überbieten. Die sechs Türen – Badezimmer-, Schlafzimmer-, Zimmertüren – eröffnen überraschende Möglichkeiten. Da mischen auch die Damen des Bundesamts für Gleichberechtigung, Gleichstellung und Emanzipation (BAGGE) mit, und der Name der Vorsteherin dieses Amts, Frau Lüthenegger-Meschenmoser, mag an real existierende Personen erinnern.

Nein, politisch korrekt ist das Stück nicht immer, und sensible Gemüter mögen sich «splitterfaserfüdleblutt» entsetzen. Aber unterhaltsam ist es allemal, wenn die Seitenspringer nach potenzfördernden Pillen schreien, in ihrer Not spontan hanebüchene Geschichten erfinden und der Kellner Giovanni seine Beobachtungen versilbert.

Regisseurin Astrid Sommerhalder war am Probewochenende recht zufrieden mit ihrer Truppe. Vom Technik-Kabäuschen hinten oben im Saalbau gab sie Anweisungen. «Ich bin schon etwas gefordert mit der Technik, Licht, Ton-Einspielungen», sagt sie, denn sie ist auch an den vier Vorstellungen dafür zuständig.

«Wir haben zu dritt, die Regisseurin, Damian Käppeli, der mitspielt, und ich als Präsidentin, je zwei Stücke gelesen, dann darüber diskutiert und uns entschieden», sagt Petra Maurer.

Kriterium ist nicht nur der Inhalt. Das Stück muss auch mit den Spielenden machbar sein. Diese zeigen sich auch in «Room-Service» auf der Höhe ihrer komödiantischen Aufgaben, sprühen vor Spielfreude. Heuer spielen 10 Personen mit, davon sind vier Männer. «Männer könnten wir noch gebrauchen», meint die Präsidentin. Dass sie mindestens gleichberechtigt wären, versteht sich von selbst.

Die Theatergruppe Tandem bleibt sich auch in ihrer 21. Produktion treu: Sie bietet leichte Unterhaltung. Das Publikum kann auch über sich lachen, wenn es sich in den Figuren erkennen will. «Room-Service», die Farce des britischen Autors R. E. Britting, bietet Wortwitz, Pointen und Situationskomik.

Vier Vorstellungen (Fr, 6. und 13. September; Sa, 7. und 14. September) mit Festwirtschaft und Bar. Unreservierte Plätze gibts jeweils auf dem Balkon. Vorverkauf unter Telefon 062 772 06 06 («Zum Gewürzsack», Aarauerstrasse 1, Reinach).

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