Reinach
Das Bauamt ist für den Winter bereit

Der erste Schnee dieses Winters darf ruhig fallen.Die Mitarbeiter des Werkhofs haben ihre Geräte montiert, ihre Einsätze sind organisiert.

Peter Siegrist
Merken
Drucken
Teilen

Leise rieselt der Schnee, die Strassenwerden langsam weiss. Auf dieses Szenario sind die Reinacher Bauamtsmitarbeiter bereits heute vorbereitet.

Peter Züsli, Werkmeister beim Reinacher Bauamt, hat vorgesorgt und die Schneeräumung auf dem gesamten Gemeindegebiet organisiert. In diesen Tagen werden die Gemeindefahrzeuge auf den Winterbetrieb umgerüstet, die Salzstreuer in Stellung gebracht. Ebenso holen die Landwirte, die im Lohnverhältnis für die Gemeinde Strassen räumen, die Schneepflüge im Werkhof ab. Die schweren Geräte werden an die
Traktoren montiert. Fällt der erste Schnee, dann fehlt die Zeit, um frühmorgens noch Geräte zu installieren.

Strassen nach Priorität eingeteilt

Züsli hat das Strassennetz in der Gemeinde nach Prioritäten eingeteilt. «Wir unterscheiden zwischen pflügen und salzen oder nur pflügen.» Die Schneeräumungsequipe mit der Arbeit von innen nach aussen. Hauptstrassen, Quartierstrassen und Gehwege werden maschinell geräumt. Das Bauamt hat fünf Pflüge in verschiedener Breite im Einsatz. Davon sind drei mit einem Salzstreuer ausgerüstet. Zusätzlich fahren noch fünf Landwirte mit einem Pflug, räumen Plätze und Strassen.

Ausgelöst wird die Schneeräumung vom «Pikett-Mann». Dieser hat die Aufgabe, während der Nacht die Witterung zu beobachten. Bei Schneefall oder Glatteisbildung löst er morgens um 3.30 Uhr den Alarm aus. «Ideal ist, wenn wir um 4 Uhr starten können», sagt Züsli, «dann haben wir vor dem Morgenverkehr die Hauptachsen geräumt.» Schlimm sei es jeweils, wenn der Schneefall spät einsetze, sodass die Räumung mit der Verkehrsspitze am Morgen zusammenfalle. Zudem sei natürlich eine Mindestmenge Schnee nötig, damit man den Pflug überhaupt erst einsetzen könne. In der Regel ist die Schneeräumung bis um acht Uhr abgeschlossen.

Salzeinsatz nach Mass

Die Reinacher Strassen und Trottoirs werden schwarzgeräumt, das heisst, gleich nach dem Pflügen wird Salz gestreut. «Wir gehen so sparsam wie möglich um mit dem Salz», sagt Züsli, «im Schnitt streuen wir etwa 10 Gramm pro Quadratmeter.» Die modernen Salzstreuer lassen eine präzise Dosierung zu. Der Salzverbrauch schwankt stark: zwischen 12 und 108 Tonnen pro Wintersaison. Der Einsatz von Splitt habe sich nicht bewährt, erklärt Züsli. Auf den Strassen sei Splitt zu schnell weg und von den Trottoirs schleppten die Leute die Steinchen in die Läden. Abgesehen davon müsse Splitt nicht nur aufgewischt, sondern auch fachgerecht entsorgt werden. «Festgefahrener Schnee auf den Strassen funktioniert bei uns nicht», sagt Züsli, «wir müssen schwarzräumen und deshalb Streusalz einsetzen. Zurzeit lagern im Bauamtskeller rund 100 Tonnen Streusalz. Je nach Winter bleibt ein Teil davon im Keller liegen.

Im Budget hat Reinach 40000 Franken für die Schneeräumung eingesetzt. Genau berechnen lässt sich der Aufwand nicht, schwankt er doch zwischen 500 bis 1200 Stunden. Würden die Vollkosten gerechnet, also die Arbeitszeit des Bauamtes dazu- gezählt, käme eine Räumung auf 8000 Franken zu stehen. So gilt auch hier: Ein schneereicher Winter freut die Kinder, ärgert gelegentlich die Autofahrer, beschert den Bauamtsmitarbeitern Nachtarbeit und frisst zuletzt noch ein Loch in die Kasse.