Gontenschwil/Zetzwil

Das Abwasser wird talaufwärts gepumpt — Leitung ist seit drei Monaten in Betrieb

Das Pumpwerk in Gontenschwil nimmt langsam Form an.

Das Pumpwerk in Gontenschwil nimmt langsam Form an.

Die Tage der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Gontenschwil-Zetzwil sind bald gezählt. An den Gemeindeversammlungen im Sommer 2018 haben die beiden Gemeinden beschlossen, ihre ARA an die ARA Oberwynental in Reinach anzuschliessen.

Kostenpunkt der Zusammenschliessung: 7 Millionen Franken, wobei rund 3,25 Millionen Franken für Pumpwerk, Druckleitung und Rückbau der ARA geplant sind. Die übrigen 3,75 Millionen Franken fliessen als Beteiligung in die ARA Reinach, deren Ausbau soeben abgeschlossenen wurde.

«Reinach» kann als erste Kläranlage im Kanton Aargau auch Mikroverunreinigung wie zum Beispiel Medikamentenreste aus dem Abwasser entfernen. Das Projekt «Anschluss Abwasserverband Gontenschwil-Zetzwil» ist in drei Teilprojekte unterteilt: Der erste Teil, der Bau der Abwasserleitung, ist abgeschlossen.

«Die Leitung ist seit bald drei Monaten in Betrieb», sagt der Gontenschwiler Vizeammann Bruno Ellenberger. Das Becken der ARA Gontenschwil-Zetzwil wurde vollständig entleert, um darin das definitive Pumpwerk zu bauen.

Bis zu 60 Liter pro Sekunde fliessen nach Reinach

Damit das Abwasser der beiden Gemeinden (3500 Einwohner) die 3,7 Kilometer lange Strecke talaufwärts zurücklegen kann, wurde im ehemaligen Sandfang ein provisorisches Pumpwerk installiert. Die jetzt verwendeten Pumpen und die Steuerung kommen auch beim definitiven Pumpwerk zum Einsatz.

Das zweite Teilprojekt, der Bau des Pumpwerks im ehemaligen Klärbecken der ARA, ist nun im vollen Gang. Nachdem bestehende Zwischenwände rausgetrennt oder angepasst wurden, konnte mit dem Rohbau begonnen werden.

Dieser wird in den nächsten Wochen abgeschlossen sein. Anschliessend wird das Dach abgedichtet, die Fassade isoliert, Türen und Fenster eingebaut sowie die Technik montiert. Vorgesehen sind drei Pumpen, die abwechselnd bis zu 60 Liter pro Sekunde nach Reinach befördern. Im Dezember soll der Probebetrieb gestartet werden.

Klärschlamm wurde aus den Faultürmen entsorgt

Das dritte Teilprojekt ist die Stilllegung und schliesslich der Rückbau der ARA Gontenschwil-Zetzwil. Vergangene Woche wurden die letzten der insgesamt 730 Kubikmeter Klärschlamm aus den Faultürmen entsorgt. «Seit der Inbetriebnahme des provisorischen Pumpwerks werden fortlaufend nicht mehr benötigte Anlageteile stillgelegt, gereinigt und schliesslich demontiert», so Ellenberger.

Die Betonsubstanz soll nach Abschluss der Bauarbeiten im Frühling 2020 bis zu einem Meter unter dem Boden zurückgebaut werden, sodass der Bereich zwischen den verbleibenden Bauwerken (Hochwasserentlastung, Trafostation, Regenbecken und Pumpwerk) naturnah gestaltet werden kann.

Autor

Melanie Eichenberger

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