Schöftland
Dank speziellen Gewinns soll die Sanierung des Alterszentrums 2019 beginnen

An der Generalversammlung präsentierte der Verwaltungsrat ein Rekordergebnis – mit einem kleinen Haken.

Flurina Dünki
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Hans Rudolf Würgler, VR-Präsident des Alterszentrums Schöftland: «Dem Verwaltungsrat war vor der Anstellung Otto Zellers bewusst, dass es zu Misstönen kommen kann.»

Hans Rudolf Würgler, VR-Präsident des Alterszentrums Schöftland: «Dem Verwaltungsrat war vor der Anstellung Otto Zellers bewusst, dass es zu Misstönen kommen kann.»

AZ

Das Alterszentrum Schöftland blickt auf ein turbulentes Jahr mit heiklen Führungswechseln, hoher Fluktuation, Finanzproblemen und sistierten Projekten zurück. Umso verblüffender wirkt der Jahresgewinn der Alterszentrum-Aktiengesellschaft von knapp 12 Millionen Franken.

Noch dazu, wo der Vorjahresgewinn nur knapp 103'000 Franken betrug. Doch besteht der Grossteil des Gewinns nicht aus Einnahmen, sondern ist auf die Neubewertung des Grundstücks zurückzuführen, wie Verwaltungsratspräsident Hans Rudolf Würgler anlässlich der Generalversammlung sagte.

Doch auch das effektiv ausweisbare Geschäftsergebnis von 1,8 Millionen Franken bedeutet für das Zentrum, getragen von acht Suhren- und Ruedertaler Gemeinden, ein Erfolg. Denn es ermöglicht die Kreditaufnahme zur Sanierung des Alterszentrums, die wegen der fehlenden Finanzen ins Stocken geraten war. Damit kann die Gebäudesanierung durchgeführt werden, ohne die Aktionärsgemeinden zusätzlich zur Kasse zu bitten.

Mit der Einstellung des neuen Zentrumsleiters Thomas Steidle Anfang März und dem Ende der Unsicherheit über die Führung scheint sich auch die Atmosphäre bei Mitarbeitern und Bewohnern wieder etwas entspannt zu haben.

Wechsel und Kündigungen

Im März 2016 wurde Thomas Zeller nach vier Jahren Zentrumsleitung per sofort freigestellt und durch Otto Zeller interimsmässig ersetzt. Bereits die Umstände von Thomas Zellers Entlassung (offizieller Grund waren Differenzen bezüglich der Führung; er selber sprach vom Vorwurf eines «problematischen Nähe-Distanz-Verhältnisses zu Mitarbeitern») führten bei Personal und Pensionären zu Verunsicherung.

Zudem hinterliess er das Alterszentrum in einer schwierigen finanziellen Lage, weshalb die geplante Sanierung aufgeschoben werden musste. Interimsleiter Otto Zeller bekam zwar die finanzielle Seite wieder ins Lot – dies bestätigte der Verwaltungsrat an der GV – dafür stand es um die interne Stimmung immer schlechter. Der strikte Führungsstil führte zu mehreren Kündigungen und Entlassungen.

Der Verwaltungsrat sei sich vor der Anstellung des als strenger Leiter bekannten Otto Zellers bewusst gewesen, dass es Misstöne geben könnte, so Würgler. Grundsätzlich sei die Anstellung Otto Zellers aber ein guter Entscheid gewesen. Thomas Steidle fand denn auch lobende Worte für seinen Vorgänger. Als Neuling auf dem Gebiet Wohnen im Alter sei er von Otto Zeller sehr gut eingeführt worden. Ein Fokus wolle er nun auf die Teamförderung legen, damit wieder Harmonie einkehre.

Sanierung wird angegangen

Dies scheinen gute Voraussetzungen für das Sanierungs-Grossprojekt, in dessen Rahmen es zu Umquartierungen kommen wird. Man geht davon aus, dass der bestehende Bau vollständig ersetzt werden muss. Die Wohnungen und Zimmer im neuen Gebäude sollen für die stetig ändernden Ansprüche von Wohnen im Alter flexibel anpassbar sein, wie Würgler sagt. Plan ist, 2019 mit der Sanierung zu starten.

Die Änderung des Aktionärsbindungsvertrags bildete neben Zentrumsleitung und Sanierung den dritten wichtigen Punkt der GV. Die Gemeindevertreter stimmten dem Antrag zu, dass die Amtszeiten der Verwaltungsräte – die meisten davon sind Gemeinderäte – parallel zu den Legislaturperioden laufen sollen. Bis anhin musste ein neu gewählter Gemeinderat zwei Jahre warten, bis er ein VR-Mandat annehmen durfte.