Zetzwil
Dank heissem Punsch keine klammen Finger beim Christbaumkauf

Der Christbaumverkauf beim «Tanndlibar-Rüedu» in Zetzwil hat am Samstag begonnen. Für warme Finger sorgen Punsch und Kaffee.

Sibylle Haltiner
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Die Christbäume werden von «Tanndlibar-Rüedu» exakt auf die Grösse des Ständers zugeschnitten.

Die Christbäume werden von «Tanndlibar-Rüedu» exakt auf die Grösse des Ständers zugeschnitten.

Sibylle Haltiner

«Etwa so hoch soll der Baum sein», erklärt die Frau und hebt ihre Hand zehn Zentimeter über den Kopf, «und buschig.» Ruedi Kasper muss nicht lange überlegen, führt die Kundin zielstrebig durch die ausgestellten Christbäume und bereits nach wenigen Minuten liegt die Nordmanntanne im Auto, der Stamm auf den Ständer zugeschnitten, die Äste in ein Netz eingepackt.

Bereits am Samstag, zum Auftakt des Christbaumverkaufs bei Kaspers in Zetzwil, lief das Geschäft gut, Ruedi und seine Frau Marianne hatten viel zu tun. Richtig zur Sache wird es aber am kommenden Samstag gehen. «Da sind wir dann mindestens zu fünft», erklärt Ruedi Kasper, der weitherum auch als «Tanndlibar-Rüedu» bekannt ist. Denn die Kunden kaufen nicht nur ihren Weihnachtsbaum bei Kaspers, sie geniessen auch einen wärmenden Kaffee oder einen Punsch in der «Tanndlibar», einem ausgedienten Fasnachtswagen. Und nach dem Eindunkeln gehts dort so richtig ab.

«Tanndlibar-Rüedu» geniesst den Trubel in der Bar.

«Tanndlibar-Rüedu» geniesst den Trubel in der Bar.

Sibylle Haliner

Abschalten vom Adventsrummel

Seit zwölf Jahren steht im Dezember die Tanndlibar auf dem Hof. «Vorher haben wir den Kunden draussen Glühwein oder ein Würstchen angeboten», erzählt Marianne Kasper. Dann erhielten sie die Gelegenheit, den Wagen zu mieten, und konnten ihn kürzlich kaufen. Die Tanndlibar ist unterdessen weitherum bekannt, oft dauert der Betrieb bis in die Morgenstunden. Der Tanndlibar-Rüedu geniesst den Trubel. «Ich habe gerne Leute um mich herum, vor allem junge, die halten auch mich jung», erklärt der 66-jährige Landwirt. Die Gäste schätzen die Tanndlibar, weil man in der Adventszeit dort so gut abschalten kann. «Es sind Junge und Ältere zusammen, hier herrscht eine familiäre Stimmung und man trifft Leute, die man sonst nie sieht», sagen Laura, Sokol, Natalie und Miriam, alle zwischen 21 und 27 Jahre alt.

Rund 1000 Bäume pro Jahr

Zum Weihnachtsbaumverkauf kam Ruedi Kasper durch Zufall. Ein Bekannter wollte vor 18 Jahren auf seinem Platz, der direkt an der Strasse liegt, Bäume verkaufen. Bald schon setzte Kasper seine ersten eigenen Tannen. Unterdessen wachsen rund 7000 Bäume in zwei Anlagen, die meisten davon Nordmanntannen, dazu Rot- und Weisstannen. Zwischen 900 und 1100 Bäume verkauft der «Tanndlibar-Rüedu» jedes Jahr und hat viele Stammkunden. «Oft kann ich genau sagen, welchen Baum ein Kunde nehmen wird», erklärt er. Dabei kann er nicht nur sagen, wo die gewünschte Tanne steht, sondern auch, an welchem Platz sie gewachsen ist, denn das ganze Jahr hindurch pflegt er seine Bäume. «Sogar wenn ich mit dem Hund spazieren gehe, habe ich eine Pflanzenschere bei mir und schneide hier und da ein Ästchen oder kappe eine Blüte.» An Weihnachten wird eine Nordmanntanne in seiner Stube stehen. Am liebsten hat er jedoch die Weisstannen. «Die riechen so gut nach Weihnachten.»

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