Oberkulm
Dank Gemeinde-Deal: Glas Trösch baut eine riesige Halle

Der Isolierglashersteller Trösch erweitert seine Produktionsfläche in Oberkulm um einen Drittel. Der Ausbau kam aber nur dank einem Gemeinde-Deal zustande.

Rahel Plüss
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Der Anbau wird südlich vom bestehenden Produktionsgebäude realisiert.

Der Anbau wird südlich vom bestehenden Produktionsgebäude realisiert.

zvg

Der Humus ist abgetragen, der Kran gestellt – bei Glas Trösch in Oberkulm haben die Arbeiten für den Erweiterungsbau begonnen. Für 11,8 Millionen Franken will der Isolierglashersteller hier seine Produktionsfläche um einen Drittel vergrössern. Dies mit dem Ziel, den Automatisierungsgrad zu erhöhen und so wettbewerbsfähiger zu werden – und nicht zuletzt, um die bestehenden Arbeitsplätze zu erhalten, wie Bruno Gygax, Leiter Unternehmenskommunikation und Public Affairs bei der Glas Trösch Holding AG, erklärt. Derzeit arbeiten 75 Personen am Standort Oberkulm.

Gebaut wird eine 77 Meter lange und 44 Meter breite Halle, die unmittelbar südlich an die bestehende Produktion anschliesst. Darin werden künftig Maschinen für den automatisierten Glaszuschnitt stehen. «Eine Riesenanlage», wie Geschäftsführer Christian Brunner sagt. Rund 50 Lastwagen seien nötig, um die Teile anzuliefern. Das werde voraussichtlich im März passieren. Im Juni wolle man mit der Produktion starten.

Ganz nach Plan kommen die Bauarbeiten allerdings nicht voran. «Der Baugrund ist sehr schlecht», sagt Brunner. Man befinde sich auf einer ehemaligen, aufgefüllten Kiesgrube. «Wir müssen bis 15 Meter tief pfählen, um genügend Stabilität zu bekommen.» Eine Aktion, die dem Glasverarbeiter «Bauchweh macht», wie er sagt. «Wegen der Erschütterungen.»

Schon während des Bewilligungsverfahrens war es zu Verzögerungen gekommen. Es gab Schwierigkeiten wegen des Bachs, der entlang der Grundstücksgrenze verläuft. Der Umweltverband WWF hatte Einwendung gemacht. Er forderte die Öffnung des Gewässers. Inzwischen haben sich die Parteien gefunden: Die Gemeinde hat versprochen, den Bach auszudolen und zu renaturieren. Gemäss Gemeindeammann Edmund Studiger werden zwei Varianten geprüft. Entweder der Bach bleibt, wo er ist – zwischen WSB-Gleisen und Glas Trösch – oder er wird bereits südlich des Trösch-Areals auf die Ostseite der Grubestrasse verlegt. Abklärungen dazu seien im Gang.

Dass die Glas Trösch an dieser Stelle überhaupt ausbauen kann, wurde nur dank der Zusammenarbeit zweier Gemeinden möglich. Dem Unternehmen stand an der Grenze zur Landwirtschaftszone nämlich kein bebaubares Land zur Verfügung – bis es unter Begleitung des Gemeindeverbands aargauSüd impuls 2014 zum erfolgreichen Abtausch von Baulandfläche zwischen Menziken und Oberkulm kam.

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