Bottenwil
Damit sich keine Brocken lösen: Felsspezialisten stabilisieren Sandsteinwand

Die Verbindungsstrasse von Bottenwil nach Staffelbach bleibt sicher bis am 23. Oktober gesperrt. Felsspezialisten stabislisieren den Einschnitt mit Ankern, um Anwohner und Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Raphael Nadler
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Die Verbindungsstrasse von Bottenwil nach Staffelbach bleibt sicher bis am 23. Oktober gesperrt
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Mit dem 8,5cm breiten Bohrkopf werden Löcher in den Sandstein gebohrt.
Baustellenleiter Peter Käslin zeigt einen der 4 cm dicken Stahlanker.
Mitarbeiter der Firma Gasser Felstechnik aus Lungern sichern den sich zersetzenden Sandsteinfels an der Weiermattstrasse in Bottenwil.

Die Verbindungsstrasse von Bottenwil nach Staffelbach bleibt sicher bis am 23. Oktober gesperrt

Raphael Nadler

Seit Anfang Woche ist die Strasse zwischen Bottenwil und Wittwil-Staffelbach gesperrt. Drei Mitarbeiter eines Felstechnikunternehmens aus Lungern (OW) sind daran, den einst künstlich angefertigten Einschnitt in die Sandsteinhügelkette zu sichern.

Dies ist nötig, weil sich im letzten Dezember über 30 m3 Sandstein und Erde gelöst und die Kantonsstrasse für längere Zeit blockiert haben und die Sicherheit entlang des Einschnitts nicht mehr gewährleistet war. Die Steinmassen haben sich damals gelöst, weil die Wurzelstöcke verfaulten und der Stein durch die Erosion mürbe geworden war.

Felsspezialisten bohren Löcher in Sandstein

Auf dem 20 Meter hohen Einschnitt des Sandsteinhügels bohren nun zwei mit Seilen gesicherte Felsspezialisten mit einem Mounty-Bohrgerät acht Meter tiefe und rund 8,5 cm breite Löcher in den Sandstein.

Danach setzten sie acht Meter lange Stahlanker in die Löcher ein, die zusätzlich mit Beton eingegossen werden. «Dies dient zur Stärkung des Sandsteins», sagt Peter Käslin, Baustellenleiter des Obwaldner Felstechnikunternehmens.

Einen so zersetzten Sandstein habe er zuvor noch nie gesehen, sagt Käslin weiter, dessen Unternehmen in der ganzen Schweiz gerufen werde, wenn Probleme von Felsstürzen auftreten. «Der Sandstein hier in Bottenwil zerbröselt wie Mehlsand.»

Abbau war kein Thema

Die erste Reihe an Bohrlöchern erfolgt rund 50 cm von der Abrisskrete entfernt. Die nächsten Reihen sind jeweils zwei Meter nach hinten versetzt, auch die Bohrlöcher werden jeweils seitlich zwei Meter versetzt. Zwei Reihen sind bereits gebohrt und gesichert. Die weiteren Bohrungen erfolgen in den nächsten Tagen.

Der Kanton Aargau als Auftraggeber habe sich für die in Problemgebieten «normalerweise angewandte Art» der Sicherung ausgesprochen, sagt Käslin weiter. Natürlich hätte es auch die Möglichkeit eines Abbaus der Sandsteinmassen gegeben, doch sei der Aufwand, die Kosten und der Einschnitt in die Natur viel zu gross.

Abstürzende Steinmassen verhindern

Wenn alle Anker gesetzt sind, wird nebst den vielen Ankern auch ein 250 m2 grosses Stahlnetz über den Sandstein gespannt. Dieses soll den Absturz weiterer Steinmassen verhindern und die Anwohner und Verkehrsteilnehmer auf der schmalen Weiermattstrasse schützen.

Die Kantonsstrasse zwischen Bottenwil und Wittwil-Staffelbach ist voraussichtlich bis zum 23. Oktober gesperrt.