Der Sommer 2014 hat mehrfach gezeigt, wie schnell ein kleines Bächlein über die Ufer treten und grosse Schäden verursachen kann. Dieses Jahr blieb Uerkheim verschont, im Oktober 2012 hatte man nicht so viel Glück: Die Uerke überschwemmte mehrere Liegenschaften.

Erstes Projekt ging bachab

Gemeinde und Kanton reagierten schnell, bereits an der Gemeindeversammlung im Juni 2013 konnte über ein Hochwasserschutzprojekt für das Oberdorf abgestimmt werden, der Verpflichtungskredit wurde vom Souverän problemlos gutgeheissen. Doch es formierte sich Widerstand, ein Referendumskomitee erzwang eine Urnenabstimmung. Die Gegner kritisierten vor allem, dass das Vorhaben zu teuer sei und nur das Oberdorf vor einem 100-jährlichen Hochwasser geschützt werden sollte. Die Massnahmen für das Unterdorf wären zwar in einem zweiten Schritt geplant gewesen, doch das Referendumskomitee forderte ein einziges Projekt für das ganze Dorf. Im November 2013 wurde das Hochwasserschutzprojekt an der Urne abgelehnt.

In der Folge stellte der Gemeinderat eine Kommission zusammen, in welcher acht Personen aus verschiedenen Dorfteilen, auch Vertreter des Referendumskomitees, Einsitz nahmen. Sie erarbeiteten ein neues Konzept, das am Freitag an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vorgestellt wird. «Es war schnell klar, dass das neue Projekt das ganze Dorf mit einbeziehen soll», erklärte Martin Hürzeler, Präsident der Kommission, und betonte: «Alle Mitglieder stehen geschlossen hinter dem neuen Projekt.» Schutzmassnahmen sind dringend nötig. Kleinere Sanierungen wie die Umleitung des Hinterwilerbachs wurden bereits realisiert.

Bund und Kanton beteiligen sich

Die Ausführung ist in zwei bis drei Etappen von 2016 bis 2018 geplant. Im Rahmen der Hochwasserschutzarbeiten sollen auch fünf Brücken und drei Stege ersetzt werden, die kurz- bis mittelfristig ohnehin saniert werden müssten. Der Bund würde sich mit 35 Prozent der Gesamtkosten und der Kanton mit 60 Prozent der verbleibenden Kosten beteiligen. Für die Gemeinde blieben rund 1,43 Mio. Franken, was 26 Prozent der Gesamtkosten von 5,5 Mio. Franken entspricht. Abgestimmt wird an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung erst über den Verpflichtungskredit von 67 500 Franken für die Erarbeitung eines Vorprojekts, wofür der Gemeinde Nettokosten von 17 550 Franken entstehen.

«Wir rechnen damit, dass das Projekt auf eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung stossen wird», erklärte Gemeinderätin Kirsten Hauri an der Medienorientierung. Und Kommissionspräsident Martin Hürzeler meinte: «Die Umsetzung des Hochwasserschutzes ergibt eine nachhaltige Wertschöpfung für die Gemeinde und viele Uerkner würden bei den nächsten heftigen Niederschlägen besser schlafen.»