Kein Wind. Kein Regen. Kein Frost. Das Wetter war den Zetzbuer Kindern heuer gut gesinnt. In Reih und Glied liefen vom Schulhaus bis zur Stiftung Schürmatt rund 80 Kindergarten- und Schulkinder mit ihrem Räbeliechtli oder ihrer Fackel und sangen: «S Näbeltuech lit uf de Stross, macht eim d’Hoor ond d’Bagge nass.» Bei der Schürmatt wurden die strahlenden Kinder nicht nur von Eltern, Grosseltern, Gotti und Götti empfangen. Hier warteten auch die Schüler der Stiftung Schürmatt auf ihren Einsatz. Gemeinsam gaben sie drei einstudierte Räbeliechtli-Umzugslieder zum Besten.

Räbeliechtliumzug Zetzwil

Räbeliechtliumzug Zetzwil

In Reih und Glied liefen vom Schulhaus bis zur Stiftung Schürmatt rund 80 Kindergarten- und Schulkinder mit ihrem Räbeliechtli oder ihrer Fackel und sangen.

Räben essen und Förmli stechen

Damit es überhaupt zu diesem Lichtermeer kommen konnte, haben gestern fleissige Kinder die kunstvollen Gemüse-Laternen geschnitzt. «Dafür braucht man richtig Muckis», stellte Oliver (4) fest. Er und die zwölf Kinder des Kindergartens in Zetzwil (KIZ) waren froh, halfen dieses Jahr neben Kindergärtnerin Verena Gubler auch noch vier Mütter mit. Räbeliechtli-Schnitzen muss gelernt sein. Am Dienstagmorgen wurden die Chindsgi-Chind und die vier Helferinnen von der Kindergärtnerin in die Kunst des Aushöhlens und Verzierens eingeführt. «Vom Innern der Räbe dürft ihr probieren», sagte Gubler. Doch kaum eines der Kinder ass einen Bissen. «Ich finde es nur halb gut», sagte Valentin (4) mit waagrecht ausgestrecktem Daumen. Was die Kinder vom Inneren der Räbe nicht essen mochten, wurde am Schluss den Kühen auf dem Bauernhof gebracht. Und so kratzten und schnitzten die Kindergärtler am violetten Gemüse und suchten im Anschluss die schönsten «Förmli» für die Verzierung aus. Dabei standen Igel, Stern oder Mond hoch im Kurs. «Das war aber ein sehr interessanter Tag», waren sich die Kindergärtler um halb elf Uhr morgens schon einig. Was sie wohl am Abend beim Schlafengehen sagten?