Coop führte im Herbst eine neue Regelung ein, wonach Standaktionen auf dem Gelände ihrer Filialen nicht mehr zulässig sind. Weil sich die Detailhandelskette als Unternehmen politisch und religiös neutral verhalten wolle, würden keine Bewilligungen für kantonale oder nationale politische Aktivitäten oder an Vereinigungen mit religiösem Hintergrund mehr erteilt.

Eine solche Organisation ist auch die Heilsarmee. Als Bjørn Marti, Leiter des Heilsarmeekorps Aargau Süd, wie jedes Jahr für die Topfkollekte an den Coop im Bärenmarkt Reinach eine Anfrage schickte, erhielt er eine Absage. Dies sorgte nach dem Artikel in der az für grosses Unverständnis.

Coop: «Mitarbeiter hat Richtlinien zu streng befolgt»

Unterdessen bekam Marti nun doch eine Bewilligung für den Auftritt beim Coop in Reinach. «Es ist uns intern ein Fehler unterlaufen. Die Absage entspricht natürlich nicht unserer Unternehmenspolitik», sagt Stephanie Weiss, Mediensprecherin von Coop.

Ein Mitarbeiter habe die Coop-Richtlinien in diesem Fall schlichtweg zu streng befolgt, führt sie aus. In solchen Fällen wird laut Weiss immer einzeln abgeschätzt, ob Coop eine Bewilligung gibt oder nicht.

«In Reinach möchten wir diese Tradition und Partnerschaft mit der Heilsarmee auf keinen Fall aufgeben, sondern auch in den nächsten Jahren fortführen. Die ganze Geschichte tut uns leid», sagt Coop-Sprecherin Weiss.

Heilsarmee freut sich sehr

Bei der Heilsarmee Aargau Süd ist man über die positive Wendung sehr erfreut. «Wir sind sehr glücklich, dass wir nun doch im Bärenpark musizieren dürfen», sagt Bjørn Marti.

In der Zwischenzeit hatte die Heilsarmee auch bei der Migros und bei Aldi in Reinach angefragt, wo man jedoch eine Absage erhalten habe. Eine Zusage bekam die Heilsarmee von der Gemeinde Reinach. Sie erlaubte dem Korps, vor der Kantonalbank aufzutreten.

Nun muss die Organisation aber nicht ausweichen: «Wir sind froh, dass wir die Topfkollekte an unserem gewohnten Platz durchführen können», sagt Marti.