Wittwil
Chikkeria zügelt vom Suhrental ins Wynental

Die Aeschbachs haben für ihre Chikkeria endlich ein neues Lokal gefunden: In der «Waage» in Gontenschwil bietet das Wirtepaar zukünftig auch Zimmer an – und Leichenmale.

Barbara Vogt
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Mit einem lachenden Auge verlassen Priska und Jean Pierre Aeschbach die alte Chäsi Wittwil.

Mit einem lachenden Auge verlassen Priska und Jean Pierre Aeschbach die alte Chäsi Wittwil.

Priska und Jean-Pierre Aeschbach aus Wittwil beziehen ihre neue Bleibe in Gontenschwil samt Katzen bis spätestens im Juli. Vorher müssen sie ihr jetziges Lokal, die ehemalige Chäsi in Wittwil, räumen und einige Unterhaltsarbeiten in der «Waage» vornehmen. Ab Mai wollen die beiden das Restaurant aber bereits für ihre Gäste öffnen.

Während zehn Jahren führten das Paar in Wittwil eine Chikkeria und einen Catering-Service. Als Priska und Jean-Pierre Aeschbach hörten, dass die Milchgenossenschaft Wittwil die alte Chäsi verkauft und die neuen Besitzer diese abbrechen und an deren Stelle ein Mehrfamilienhaus bauen wollen, waren sie erst einmal schockiert (az vom 9. Dezember 2015). «Wir hatten uns eine Stammkundschaft aufgebaut und die Gäste schätzten unsere kleine Besenbeiz», sagen sie. Die Milchgenossenschaft habe ihnen aber schon vor vielen Jahren gesagt, sie wolle das Gebäude verkaufen.

Zimmer zu vermieten

Dann erlebten Priska und Jean Pierre Aeschbach den zweiten Schock: «Die Gäste sprachen uns an und sagten, wie schade es sei, dass wir mit dem Wirten aufhören.» Daran dachten sie aber nicht im Traum. Sie suchten ein neues Lokal, am liebsten im Suhrental. Doch das war äusserst schwierig, sagen sie. «Entweder war der Pachtzins horrend und wir hätten noch ins Restaurant hineinstecken oder wir hätten zusätzlich das Inventar abkaufen müssen. Das wollten wir aber nicht, weil wir ja schon alles haben.»

Dann hörten sie, dass die Besitzer der «Waage» in Gontenschwil einen neuen Pächter suchen. Dem Paar gefiel das Lokal, unter anderem auch, weil es mehrere Zimmer aufweist, die an Gäste oder an Arbeiter, die sich länger in der Region aufhalten, vermietet werden können. Das sei ein kleines Nebeneinkommen, sagen Priska und Jean Pierre Aeschbach.

Sie werden die «Waage» ab Mai unter der Woche zwischen 11.30 und 13.30 Uhr öffnen und verschiedene Mittagsmenüs anbieten. Davon profiteren unter anderem die Mitarbeiter der Industrieunternehmen in Gontenschwil. «Wir freuen uns darauf, über den Mittag zu kochen», sagen sie. «Das ist eine neue Herausforderung für uns.»

Besenbeiz in der «Waage»

In der Chikkeria Wittwil öffneten die beiden die Tore abends und auch dies nur unregelmässig. Die Gäste erfuhren die Öffnungszeiten per Newsletter. «Wir hatten die Bude immer voll.» Die Besenbeiz wird in der «Waage» in Gontenschwil weitergeführt, daneben beherbergt das Paar im Saal bis zu 60 Personen für geschlossene Gesellschaften. Weil die Kirche nahe bei der «Waage» steht, eigne sich der Saal für ein Leichenmahl.

Das Restaurant Waage ist auch für den Catering-Service der Aeschbachs ideal: Die Küche ist gross und Gontenschwil liegt zentral: Von da aus erreicht man die Kunden schnell, sagen Priska und Jean Pierre Aeschbach. Einer davon ist in Zürich, das Schweizer Radio und Fernsehen.

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