Burg
Nach der Zustimmung im Juni: Landverkauf im Dorfzentrum ist wieder in Frage gestellt

In Burg haben viele Bedenken gegen eine Überbauung. Es kamen sogar zwei Referenden zustande.

Cynthia Mira
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Blick auf das Schulhaus in Burg (Symbolbild).

Blick auf das Schulhaus in Burg (Symbolbild).

Britta Gut

Das Dorfzentrum in Burg soll neu gestaltet werden. Doch die Freude über die kürzlich erteilte Ermächtigung zum Landverkauf war nur von kurzer Dauer. Denn: Gleich zwei Referenden wurden ergriffen. 515'000 Franken würde die Aarauer Corpora Immobilien AG hinblättern, um die Grundstücke im Zentrum zu erwerben.

Die Einwohner- sowie die Ortsbürgergemeinde verfügen über Parzellen mit einer Gesamtfläche von 1771 Quadratmetern. Geplant ist eine rund 16,5 Millionen teure Überbauung mit 33 Wohnungen.

163 gültige Unterschriften eingereicht

Der Souverän hatte dem Verkauf an der Einwohnergemeindeversammlung vom 10. Juni (7 Prozent der Stimmbürger waren anwesend) zwar zugestimmt: Aber nur 17 Stimmbürger sagten Ja und 11 Nein, während sich weitere 11 ihrer Stimme enthielten.

Ebenso wurde dem Vorhaben an der Ortsbürgergemeinde mit 5 Ja-Stimmen bei 5 Enthaltungen zugestimmt. Gegen den Entscheid der Einwohnergemeinde kamen nun 163 gültige Unterschriften zusammen, nötig waren 110. Gegen jene der Ortsbürgergemeinde 11. Auch diese Anzahl reicht aus: Das Vorhaben kommt nun am 26. September an die Urne.

Die Gestaltung des Dorfkerns war einst ein wichtiger Punkt in der Gesamtrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland. Kritische Stimmen gab es aber schon an der Versammlung: So wurde bemängelt, dass nichts Konkretes oder Schriftliches vorliegen würde, die Ausarbeitung des Projekts würde erst nach der Zustimmung zum Verkauf erfolgen.

Fast eine halbe Million Franken Buchverlust

Man müsse entscheiden, ob man ein attraktives Dorfzentrum wolle oder ob man auf mehr Steuereinnahmen verzichten wolle, wurde der Gemeindeammann Marcel Schuller nach der Versammlung im Wynentaler Blatt zitiert. Denn die Gemeinde verspricht sich von den Einwohnern, die in die Wohnungen einziehen, mehr Steuereinnahmen.

Diese würden über den Verlust, den der Verkauf mit sich ziehen würde, hinwegtrösten. Denn der Verkauf würde für die Einwohnergemeinde einen Buchverlust von 412'000 Franken bedeuten. Schuller sprach im Juni dennoch von einer guten Investition.

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