Die Traktandenliste für die Gemeindeversammlung in Holziken war nicht lang, aber sie hatte es in sich. Vor allem die Punkte zum Kindergarten und Schulhaus wurden diskutiert. Ein bisschen länger dauerten die Ausführungen bei der Kreditabrechnung «Projektierung Kindergartengebäude». «Die Idee war, ein Kindergartengebäude zu bauen – gebaut haben wir aber nichts», führte Gemeinderat Lukas Treier aus. Der Kredit für die Projektierung wurde überschritten, mehrere Versionen wurden durchgedacht und geplant. Die 55 anwesenden Stimmbürger genehmigten schliesslich die Kreditabrechnung.

Damit nicht wieder nur geplant und nicht gebaut wird, wollte der Gemeinderat einen Richtungsentscheid über das weitere Vorgehen in Sachen Neubau Schulgebäude Hueb. Ziel ist es, Schulraum für die nächsten 20 Jahre bereitzustellen. Denn das Schulhaus Hueb und der Kindergarten müssten saniert werden und es gibt zu wenig Räume, vor allem zu wenig Gruppenräume.

Für dieses Vorhaben gab es zwei Möglichkeiten: Entweder das Schulhaus Hueb sanieren und einen Anbau dazustellen oder das Schulhaus Hueb abreissen und ein neues bauen. Für die ganze Planungsphase hat der Gemeinderat einen externen Berater hinzugezogen. «Wir brauchen einen externen Berater, weil wir selber keine Baufachleute sind», sagte Gemeindeammann Peter Lüscher.

Das jetzige Kindergartengebäude wird künftig nicht mehr als Schulraum dienen, drei Räume werden integriert in einen Anbau oder Neubau. Für den Kindergarten soll es drei Unterrichtsräume geben, einer davon ist ein sogenanntes Reservezimmer. So besteht die Möglichkeit, dass sich die Stiftung Schürmatt einmieten kann. Die Stiftung hat bereits eine Absichtserklärung unterschrieben, weil man am Standort Holziken für den Kooperativen Kindergarten festhalten wolle (az vom 6. Juni). Sollte die Schule Holziken jedoch plötzlich mehr Schulraum brauchen, würde das Reservezimmer zum Schulzimmer umfunktioniert werden, wie Gemeinderat Lukas Treier an der Versammlung sagte. «Wenn wir das Zimmer brauchen, müssten wir das Mietverhältnis auflösen.»

Anbau kostet 7 Prozent weniger

In einer Machbarkeitsstudie liess die Gemeinde die Kosten schätzen. Ein Neubau würde zwischen 3,5 bis 4 Millionen Franken kosten. Die Kosten eines Anbaus betragen sieben Prozent weniger als diejenigen des Neubaus.

Mit dem Richtungsentscheid wollte der Gemeinderat bewirken, ein Projekt weiterzuverfolgen, welches auch dem Willen der Bevölkerung entspricht. Der Gemeinderat beantragte der Gmeind, den Richtungsentscheid Neubau Hueb anzunehmen, damit die Planung auf einen Neubau konzentriert werden kann. Im Neubau würden im Parterre drei Räume für den Kindergarten zur Verfügung stehen und im Obergeschoss vier Räume für die Schule, jeweils mit separaten Eingängen.

Diskutiert wurde dann vor allem über das weitere Vorgehen. Das Vorhaben unterliegt dem Submissionsdekret. Der Gemeinderat möchte zuerst eine sogenannte Präqualifikation durchführen und danach einen Architekten wählen, später dann die jeweiligen Arbeiten ausschreiben. Ein Stimmbürger warf die Idee ein, ein Totalunternehmen anzustellen. Doch diese Lösung müsse man zum jetzigen Zeitpunkt ausschliessen, weil das neue Schulhaus noch nicht in alle Details beschrieben werden könne, hiess es vonseiten des Gemeinderates. Die Stimmbürger sagten dann Ja dazu, dass das Schulhaus neu gebaut wird. Es gab einzig zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung.

Die Demission von Gemeinderat Claude Georges – er war an der Versammlung nicht anwesend – sprach Ammann Peter Lüscher am Schluss noch an. Die Unstimmigkeiten, die es innerhalb des Rates gab, führte er nicht weiter aus. Ein Stimmbürger sagte, er fände es schade, dass Georges zurücktrete. «Wir bedauern es auch», sagte Peter Lüscher. Mittlerweile hätten sich aber die Wogen wieder geglättet, «wir werden für das nächste halbe Jahr kein Problem haben, zusammenzuarbeiten.»