Nach Musik, Geschichten und Komödien aus dem Kanton Graubünden servierte das Theater am Bahnhof zum Saisonabschluss das Beste aus Küche und Keller des Bündnerlandes. Begleitet wurden die kulinarischen Verführungen von Aargauer Musikern. Frencynatratrio, bestehend aus Fränzi und Christian Hänni sowie Ueli Basler, überraschten mit abwechslungsreicher Musik. Das Repertoire reichte von «Parsennschuss» – es sei ihr einziges Stück mit Bezug zu Graubünden, erklärte Christian Hänni – und «Lueget vo Berg und Tag» über Tango bis zu den Beatles. Ihre rassige Interpretation von «S wott es Fraueli z Märit goh» begeisterte.

Die Künstler kamen gern ins TaB

«Die Bündner Saison war die erfolgreichste, die wir je hatten», berichtete Clo Bisaz, Präsident des TaB und gebürtiger Bündner. «Es war toll, Künstler aus meinem Heimatkanton anrufen zu können und alle kamen.» Zum Saisonabschluss gab es Fleisch, Käse und Brot aus Bisaz’ Heimatkanton. Dazu eine besonders feine Gerstensuppe, die von der Stiftung Lebenshilfe nach einem alten Rezept gekocht worden war. Bisaz selbst stand am grossen Suppenkessel und schöpfte.

Jürg Liesch, Winzer aus Malans, bot dazu Weine zur Degustation an und erzählte vom Weinanbau im Rheintal und seinem Betrieb. Mitgebracht hatte er je drei weisse und rote Weine aus seinem Gut sowie eine Gemeinschaftsproduktion von vier Weinbauern. Zu jedem Wein wusste er Charakter und Eignung zu erklären: Der spritzige Riesling×Sylvaner passt zum Apéro, der körperreiche Pinot Gris zum Essen.

Die Rotweine unterscheiden sich in der Herstellung. Während der fruchtige Blauburgunder in Stahlfässern reift, kommen die beiden Pinot noir aus dem Holzfass und haben dessen Geschmack angenommen. Die TaB-Besucher liessen sich gerne zum Degustieren verführen, und manch einer entdeckte unter der Anleitung des Könners wohl auch eine bisher unbekannte Note im Wein.

Spontane Erzählungen

Neben den kulinarischen Genüssen hatte es zum Saisonabschluss Platz für kleine Geschichten und Erinnerungen. Clo Bisaz erzählte von Kindheitserlebnissen bei der Weinlese in seiner Heimatgemeinde Zizers. Musiker Ueli Basler seinerseits erzählte von seinem ersten Eindruck von Graubünden. «Es war traumatisch. Im Hotel hing ein riesiger Hirschkopf mit Geweih an der Wand.» Auch das TaB hatte sich mit einigen Jagdtrophäen herausgeputzt, doch die Gämshörner erschreckten wohl niemanden.

Aus dem Publikum gab es ebenfalls eine Geschichte: Der weit über 80-jährige Hans Trüeb aus Aarau, ein regelmässiger Besucher des TaB, erzählte von seinen Klavierlehrerinnen. Die erste hatte er verehrt, die zweite war ihm verhasst und nach einem verpatzten Auftritt beim Weihnachtsfest durfte er endlich den Klavierunterricht aufgeben.

Zum Saisonschluss zog Clo Bisaz Bilanz: «Die Bündner waren beim TaB-Publikum sehr beliebt und sie kamen auch gerne hierher.» Bisaz hält sich mit Details zur nächsten Saison noch bedeckt, aber so viel sei verraten: Es werden einige Aargauer Künstler auftreten.