Schmiedrued-Walde

Boygroup-Sänger Tim Hunziker: «Mein Übername ist 'Babyface', ich passe gut in diese Rolle»

Tim Hunziker aus Schmiedrued-Walde landete mit dem Song «We are the Boys» einen Hit. Im Interview spricht der 23-Jährige über sein Engagement als Boygroup Boy, seinen Übernamen Babyface und wie er Menschen beeinflussen will.

Er hat das erreicht, wovon viele träumen: Tim Hunziker wurde Teil einer Boygroup und landete mit ihr auch seinen ersten Hit. Der Song «We are the Boys» macht sich über die zuckersüsse Boygroupwelt auf ironische Weise lustig. Produziert wurde das Video von der deutschen Werbeagentur DBB zur Eigenwerbung. Hunziker passt darin fast schon zu gut in die Rolle des perfekten Schwiegersohns. In einem Interview per Skype erzählt der in Walde aufgewachsene und nun in Hamburg studierende Hunziker, wie ihn die Popwelt schon früh beeinflusst hat und was seine nächste Rolle sein wird.

Die «Boygroup Boys» mit «We Are The Boys»

Die «Boygroup Boys» mit «We Are The Boys»


Traumschwiegersohn und Unschuldslamm. Tim Hunziker, wie sehr entsprechen Sie im echten Leben dem Klischee ihres Boygroup-Charakters?

Tim Hunziker: «Don’t judge a book by its cover – beurteile jemanden nicht nach seinem Äusseren», würde ich sagen. Ich spiele die Rolle des Süssen und Unschuldigen, was bestimmt auch in gewisser Weise auf meine private Persönlichkeit zutreffen mag. (Schmunzelt) Genauso besitze ich aber gegenteilige Eigenschaften, die eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen. Mein Übername in der Boygroup ist «Babyface», also ein junger und sympathischer Charakter. Ich glaube, dass ich gut auf diese Rolle passe und geniesse das sehr.

Versuchen Sie denn, sich ein gewisses Image aufzubauen?

(Lange Pause. Hunziker verschränkt die Hände hinter dem Kopf, nur um sie gleich wieder in einer grossen Geste vor den Körper zu nehmen. Er lacht kurz.) Eigentlich ist das eine schwierige Frage. Ich habe mir schon öfters Gedanken über das Image gemacht, welches ich der Welt zeigen sollte. Das ist allerdings ein langer und bisher noch nicht ganz vollendeter Prozess. (Pause) Ich finde aber, man sollte da auch flexibel sein.

Die Werbeagentur, die das Boygroup-Video konzipiert hat, hat als Leitspruch «Imagine, Inspire, Influence». Möchten Sie auch Leute beeinflussen?

Auf jeden Fall. Ich bewundere Menschen sehr, die die Möglichkeit wahrnehmen, Leute positiv zu beeinflussen.


Was heisst positiv beeinflussen für Sie?

Nehmen wir die Popwelt: Meiner Meinung nach ist es eine ihrer Stärken, dass sie Jugendlichen bei ihrer Selbstfindung hilft.


Haben Sie das auch an sich selbst beobachtet?

Ja, Bands wie Queen oder Musicals wie «Rocky Horror» haben mich in meiner Jugend begleitet. Aktuell höre ich sehr viel Dolly Parton und beschäftige mich mit ihr. Wenn ich mich mit einer Person auseinandersetze, ist das für mich, als ob ich ein gutes Buch lesen würde. Und Dolly Parton ist ein besonders spannendes Exemplar, denn sie wirkt auf den ersten Blick sehr zerbrechlich, ist aber eine unglaublich starke Frau. Sie stammt auch aus einem kleinen Dorf und ist nach Nashville gefahren, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Ein Exempel von grossem Mut und starkem Willen.


Aktuell proben Sie für das Musical «Linie 1». Auch hier zieht ein Mädchen vom Lande in die Grossstadt Berlin, jedoch um nach ihrer grossen Liebe zu suchen. Hat Ihnen das Engagement als Boygroup Boy etwas bei Ihrer neuen Rolle geholfen?

(lacht) Ich spiele in «Linie 1» ein alte Witwe. Also hat es mir für diese Rolle leider eher weniger gebracht. Zur Vorbereitung sehe ich mir im Moment alte Damen in der U-Bahn an – das Musical spielt ausschliesslich in der U-Bahn – und achte mich auf ihr Äusseres und ihre Haltung. Ältere Frauen sind sehr faszinierende Menschen. Ich finde, sie strahlen eine gewisse Ruhe aus. Ich bin zuversichtlich, dass ich auch diese Rolle spielen kann, da es sich um eine humorvolle Rolle handelt. Und gerade dass ein junger Mann wie ich diese Rolle spielt, macht das Komische daran aus.

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