Schöftland
Bodenständiger Bauernbub: Bank Leerau verabschiedet Urgestein Emil Gafner

Die Generalversammlung der Bank Leerau verabschiedete Emil Gafner und Doris Häuselmann. Nach 33 Jahren – von 1992 bis 2010 als Bankleiter – geht Gafner in Pension.

Peter Weingartner
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Robert Vogel und Emil Gafner
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Verwaltungsratspräsident Robert Vogel
Generalversammlung der Bank Leerau
Gafner, Vogel, Häuselmann
Emil Gafner und Doris Häuselmann
Emil Gafner (Mitte) mit Stefan Züsli und Robert Vogel
Emil Gafner und Robert Vogel
Emil Gafner
Bankleiter Stefan Züsli
Eliane und Emil Gafner
Doris Häuselmann
Emil Gafner

Robert Vogel und Emil Gafner

Peter Weingartner

Man sieht (und hört) Verwaltungsratspräsident Robert Vogel an, dass die Verabschiedung von Emil Gafner ihm nahe geht. Und auch Emil Gafner weiss: Es beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Nach 33 Jahren – von 1992 bis 2010 als Bankleiter – geht er in Pension. «Im September werde ich 64», sagt er.

Robert Vogel würdigt Gafner als «keinen Mann der grossen Gesten und Worte». «Deine Stärke liegt bei dir als Mensch», sagt er ihm, der in aller Stille und Zuverlässigkeit seine Arbeit gemacht und sich auch Veränderungen nicht verschlossen habe. Er hat die Bank, die 1985, als Gafner eintrat, noch Ersparniskasse geheissen habe, geprägt. Er hat Kunden beraten und war, nach seinen Jahren als Bankleiter, im Hintergrund für das Rechnungswesen und die IT zuständig.

«Unschlagbarer Wert»

In seine Zeit als Bankleiter fällt die Eröffnung der Geschäftsstelle Schöftland. Namenswechsel, neues Erscheinungsbild, Vorschriftenflut, drei IT-Systemwechsel stehen einer Konstante gegenüber: dem Bemühen um zufriedene Kundschaft. Das heisst, Kontakte pflegen über Jahrzehnte, Aufbau eines Vertrauensverhältnisses. «Ein unschlagbarer Wert», sagt Emil Gafner.

«Seiner» Bank wünscht er eine erfolgreiche Zukunft: «Tragt Sorge zum höchsten Gut, den Kunden, und zur Marke Bank Leerau.» Und er dankt seiner Frau Eliane, die oft auf ihn habe warten müssen und 3000 bis 4000 Hemden gebügelt habe. Grosser Applaus von den 630 (von total 2128) Genossenschaftern und ein Zustupf für eine Reise sowie das Buch «Bilder der Erde» für Eliane Gafner von Robert Vogel.

SKA und Jugendarbeit

Aufgewachsen ist Emil Gafner als Bauernbub im luzernischen Wilihof (heute Teil der Gemeinde Triengen). «Meine Grossmutter stammt aus Kirchleerau, ihr Bruder lebte noch da, und wenn wir ihn besucht haben, sind wir an der Bank vorbeigefahren», erinnert er sich an die ersten Begegnungen mit seinem späteren Arbeitsort. Denn die Lehre hat er bei der damaligen Sparbank Triengen gemacht.

Welschlandjahr, Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule, Schweizerische Kreditanstalt (SKA) waren die nächsten Stationen, bevor Gafner einen Branchenwechsel vollzog: Jugendarbeit beim CVJM in Zürich. «Dann las ich ein Inserat – Jugendarbeit lässt sich nicht ewig machen – und die Bank Leerau stellte mich an», erinnert er sich.

In der gleichen Klasse

Die Pensionierung nimmt er mit einem lachenden und einem weinenden Auge: «Die Beziehungen zu Kunden, die Gespräche, werden mir fehlen, anderseits bin ich froh, nicht mehr diese Verantwortung tragen zu müssen, denn jede Finanzierung beinhaltet ein Risiko für den Betrieb.»

Gar nach 35 Jahren tritt Doris Häuselmann, die Leiterin der Wertschriftenadministration, in den Ruhestand. Sie hat bereits die Lehre auf der Bank absolviert. Pikantes Detail: Doris Häuselmann und Emil Gafner besuchten die gleiche Klasse an der Bezirksschule Reitnau.

Bankeröffnung im Mai

Die statutarischen Geschäfte gehen ohne Wortmeldung über die Bühne. Auch im 181. Geschäftsjahr hat die Bank erfolgreich gearbeitet: Erhöhung der Bilanzsumme um 6 Prozent auf 672 Millionen Franken; Zunahme der Kundengelder um 6 Prozent auf 500 Millionen; Stärkung des Eigenkapitals um 4 Millionen auf 52 Millionen.

Der Gewinn liegt mit 1,3 Millionen leicht tiefer als im Vorjahr. Für die nächsten 4 Jahre als Verwaltungsrat wieder gewählt wurde René Kühni. Höhepunkt des laufenden Geschäftsjahres ist die Eröffnung der neuen Bank in Kirchleerau Anfang Mai.