Teufenthal

Blitzkarriere nach Rückkehr ins Dorf? So will dieser 37-Jährige den Sprung in den Gemeinderat schaffen

Der parteilose Matthias Anderau (37) wohnt neuerdings mit seiner Partnerin im Haus seiner Eltern.

Der parteilose Matthias Anderau (37) wohnt neuerdings mit seiner Partnerin im Haus seiner Eltern.

In Teufenthal tritt Mattias Anderau als Gemeinderatskandidat an. Er hatte sich nicht schon im Winter als Kandidat gemeldet, weil er damals noch gar nicht im Dorf wohnte. Sein Konkurrent ist vom Typ Wutbürger.

Die Teufenthaler Gemeinderatswahlen sind in mehrfacher Hinsicht speziell. Erstens ist es im Februar nicht gelungen, beide vakante Sitze zu besetzen. Weil sich damals für den zweiten Wahlgang kein Kandidat meldete, muss das ganze Verfahren neu gestartet werden.

Am 27. September findet also wieder ein erster Wahlgang statt. Und dabei, das ist das zweite Spezielle, kommt es jetzt überraschenderweise zu einer Kampfwahl. Im Spiel ist ein Kandidat vom Typ Wutbürger, der über sich nichts sagen will, aber auf Facebook Entlarvendes absondert (siehe Box am Ende des Artikels).

Kandidatur nach Rückkehr ins Dorf

Der aussichtsreichere Kandidat heisst Matthias Anderau und ist parteilos. Er hatte sich nicht schon im Winter als Kandidat gemeldet, weil er damals noch gar nicht im Dorf wohnte. Der 37-jährige IT-Berater ist in Teufenthal aufgewachsen, ist aber vor drei Jahren weggezogen. Zurück ins Dorf kam er diesen Sommer, weil er und seine Partnerin ins Elternhaus ziehen konnten. Sogleich wurde er fürs Amt angefragt. «Ich musste mir das Ganze aber erst gut überlegen», sagt er. Er wolle dem Dorf, in dem er aufgewachsen sei, etwas zurückgeben.

Schafft Matthias Anderau in drei Wochen die Wahl in den Gemeinderat, so wird er als eine der wichtigsten Aufgaben mithelfen müssen, weitere Kandidatinnen und Kandidaten zu suchen. Denn anlässlich der Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2021 wird es im Gemeinderat zu weiteren Rücktritten kommen. «Das wird eine wichtige Aufgabe sein, die der neugewählte Gemeinderat zusammen mit den Kollegen zügig angehen muss», erklärt Anderau. «Sollte ich gewählt werden, würde das vielleicht weitere aus meiner Altersgruppe motivieren, ebenfalls zu kandidieren.»

Auch weiss Anderau, dass es mit den Gemeindefinanzen nicht zum Besten steht. Und dass zusätzliche Bewohner dafür ein Ansatz sind. Er begrüsst deshalb die geplante Überbauung mit 85 neuen Wohnungen und Tiny Houses an der Dürrenäscherstrasse. Auch das Injecta-Areal habe Potenzial, zu einem Wohn- und Arbeitsbereich zu werden. «Es hat dort riesige Flächen, die brach liegen. Das muss man jetzt an die Hand nehmen.»

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