Das Bundesgericht musste sich mit einem bizarren Familienstreit befassen: Ein Mann hatte im 2016 seine Frau wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt. Nicht er war angeblich Opfer geworden, sondern die gemeinsame Tochter. Diese hatte sich, so der Ehemann in seinem Strafantrag, während der Sommerferien in Kamerun beim Spielen den grossen Zeh verletzt. Die Ehefrau habe diesen nicht richtig oder nicht genügend versorgt, weshalb eine Entzündung entstanden sei. Diese habe schliesslich rund zwei Wochen später im Spital behandelt werden müssen.

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm brauchte fast ein Jahr, bis sie entschied, das Verfahren nicht an die Hand zu nehmen. Gegen diese Verfügung erhob der Ehemann im Namen seiner Tochter Beschwerde beim Obergericht, welches die Beschwerde abwies. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens wurden dem Vater als Vertreter seiner Tochter auferlegt.

Nun gelangte der Mann ans Bundesgericht, wo er erstens forderte, das Verfahren gegen seine Frau sei an die Hand zu nehmen und zweitens solle man ihm unentgeltliche Rechtspflege gewähren. Er machte inhaltlich geltend, sowohl Staatsanwältin als auch Richter seine befangen gewesen.

Das Bundesgericht trat darauf nicht ein, weil «sich aus der Beschwerde nicht ergibt, weshalb ein Befangenheitsgrund vorliegen könnte». Auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wies das Bundesgericht ab – wegen Aussichtslosigkeit. «Es entspricht dem allgemeinen Grundsatz, dass unnötige Kosten zu bezahlen hat, wer sie verursacht hat», so das Bundesgericht. Für dieses letzte Verfahren muss der Mann 1200 Franken bezahlen. (nro)