Unterkulm
Binzhalde: Jahrelang ungenutztes Land soll jetzt erschlossen werden

Die Ortsbürger-Gmeind wird im November über 1,4 Millionen für die Erschliessung des Baulandes in der Binzhalde entscheiden. Auch die Einwohner-Gemeindeversammlung müsste sich mit rund 612 000 Franken beteiligen.

Christine Fürst
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Binzhalde in Unterkulm soll überbaut und erschlossen werden

Binzhalde in Unterkulm soll überbaut und erschlossen werden

zvg

Seit Jahren liegt es brach, das 6100 Quadratmeter grosse Baugrundstück Binzhalde in Unterkulm. Die Erschliessung fehlt. Die vorgesehene Erschliessungsstrasse ist vor Jahren aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter verfolgt worden. Im Hinblick auf die Revision der Bau- und Nutzungsordnung hat der Gemeinderat 2011 entschieden, die Möglichkeiten einer verbesserten Erschliessung zu prüfen.

Zuerst Widerstand gegen Projekt

Schon ein Jahr später konnte der Bevölkerung das Erschliessungsprojekt vorgelegt werden. Doch dagegen regte sich Widerstand. Die Bewohner befürchteten vor allem mehr Verkehr durch die neue geplante Erschliessungsstrasse und die acht neuen Häuser, die entstehen sollten. Gegen den Plan sei dann laut Gemeindeschreiber Beat Baumann eine Kollektiv-Einwendung eingegangen. Ein Konsens habe nicht gefunden werden können, deshalb habe der Gemeinderat entschieden, das Projekt weiterzuführen.

Im August 2013 genehmigte der Kanton den Erschliessungsplan «Weidstrasse». Heute nun ist das seit Jahren unerschlossene Bauland im Gebiet Obere Binzhalde baureif. Es gehört der Ortsbürgergemeinde. Die gesamten Erschliessungskosten belaufen sich auf rund 1,423 Millionen Franken. Die Ortsbürgergemeinde muss als erschliessungswillige Grundeigentümerin für die Kosten aufkommen. Die Einwohnergemeinde hat sich im Rahmen des bestehenden Erschliessungsreglements im Umfang von 612 000 Franken zu beteiligen. Die Einwohner-Gmeind wird über diesen Kredit befinden müssen.

Sobald die Binzhalde erschlossen ist, kann die Ortsbürgergemeinde das Land verkaufen. Aus den Einnahmen können laut einer Mitteilung die Investitionen gedeckt werden. Der Gemeinderat werde die Parzellen zu einem marktgerechten Preis an bauwillige Privatpersonen verkaufen.

Bereits als Bauzone ausgeschieden

Die Baulandparzelle ist bereits im Zonenplan der Gemeinde Unterkulm aus dem Jahr 1979 als Bauzone ausgeschieden und im Erschliessungsplan «Binzhalde» enthalten. Das Baugebiet bietet Platz für acht Einfamilienhäuser. Zur Erschliessung gehören neben der Strasse auch die Leitungen für die Abwasserentsorgung (Schmutzwasser, Meteorwasser), die Trink- und Löschwasserversorgung sowie die Versorgungsleitungen von elektrischer Energie, Telefon, TV und Radio.

Der Neubau der Erschliessungsstrasse ist der Kern der neuen Planung. Diese führt auf einer Länge von rund 110 Meter von der Binzhaldenstrasse durch die Parzelle der Ortsbürger und schliesst an die bestehende Weidstrasse an. Damit wird die bisherige Sackgasse der Weidstrasse zu einer durchgehenden Ringstrasse.

Gleichzeitig mit dem Neubau der Erschliessungsstrasse muss auch der obere Teil der Binzhaldenstrasse saniert werden. Weiter ist im Strassenprojekt die Verbreiterung der Binzhaldenstrasse im Bereich der Einmündung des Geiserweges eingeplant. Die Verbreiterung soll zur Verbesserung der Strassensicherheit beitragen. Die notwendigen Landerwerbe wurden laut einer Mitteilung der Gemeinde bereits getätigt.

Nun werden die Unterkulmer Ortsbürger im November entscheiden, wie es mit der Binzhalde weitergehen wird. «Resultiert ein Nein, wird der Gemeinderat gemeinsam mit den Ortsbürgern die künftige Nutzung festlegen müssen», sagt Baumann.

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