Reinach
Bezler testen für «Kassensturz»: Wie viel hält ein Kompass aus?

Als die SRF-Sendung Kassensturz mit der Sendung «Schweizer Jugend testet» Schüler suchten für einen Wettbewerb, beschlossen drei Bez-Schüler aus Reinach mitzumachen. Und die drei Bezler schafften es sogar unter die letzten zehn.

Janine Gloor
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Für das Fernsehen posierten die Tester in der Badi. Der Unterwassertest für die Kompasse wurde im Hallenbad durchgeführt.ho

Für das Fernsehen posierten die Tester in der Badi. Der Unterwassertest für die Kompasse wurde im Hallenbad durchgeführt.ho

zvg

Als die SRF-Sendung Kassensturz mit der Sendung «Schweizer Jugend testet» Schüler dazu aufrief, einen selbst gewählten Gegenstand auf Herz und Nieren zu prüfen, beschlossen drei Bez-Schüler aus Reinach, mitzumachen.

Mark Rea, Loris Greco und Noam Bachmann haben sich als Dreierteam den Kompass als Testobjekt vorgenommen. Aus den Leuchtstiften, Erdbeerjoghurts und Deos, die von anderen Jugendlichen getestet wurden, sticht der Kompass heraus.

Schweizer Jugend testet – «Kassensturz» vom 2. Juni 2015:

Wie kam es zu dieser Wahl? «Wir wollten etwas testen, das noch nie getestet wurde. Und es sollte etwas sein, das man im Alltag, in der Schule oder im Sport brauchen kann», sagt Teamsprecher Noam Bachmann. Sein Teamkollege Mark ist Orientierungsläufer und braucht den Kompass bei jedem Lauf.

Die Schüler haben nur analoge Kompasse getestet. Gegen die Kompasse auf Smartphones haben sie deutliche Argumente: «Es fühlt sich besser an, einen Kompass in den Fingern zu haben als das Smartphone, welches Akku- oder Displayprobleme haben kann und ohne ein Abo oder 3G-Netz nicht funktioniert.»

Auch die Optik muss stimmen

Die Bezler haben mit der Hilfe von Sponsoren sieben verschiedene Kompasse erworben. Schon aus optischer Sicht gibt es bei den Modellen grosse Unterschiede, vom flachen, in durchsichtigen Kunststoff eingelassenen Kompassen über Schlüsselanhänger mit Kompassnadel bis zum aufklappbaren Modell mit integrierter Wasserwaage ist alles dabei.

Die Kompass-Rangliste

1. Victorinox

Das flache, durchsichtige Modell für 19 Franken ist der eindeutige Sieger des Tests.

2. Recta

Optisch und leistungstechnisch ist der Recta-Kompass dem Testsieger sehr ähnlich. Er ist noch praktischer zum Mitnehmen, da man ihn mit einer Schnur um den Hals hängen kann. Er kostet 28 Franken.

3. Baladéo

Der zweitbilligste Kompass kostet nur Fr. 5.76 und schaffte es trotzdem auf das Podest. Besonderes Feature: eine Pfeife.

4. Präzision

Mit einem Preis von Fr. 31.95 ist er der teuerste aller getesteten Modelle.

5. US-Typ

Dieser aufklappbare Kompass für Fr. 11.95 hat die Tester mit seinem militärischen Äussern auch optisch nicht überzeugt.

6. Relags

Ein Kompass, auf den man sich nicht verlassen kann. Mit seiner geringen Grösse und dem Preis von Fr. 3.90 eignet er sich am ehesten als Dekoration am Schlüsselanhänger.

6. Handpeilkompass

Dieser Kompass erreichte gleich viele Punkte wie das Relags-Modell und überzeugt somit nicht. Er kostet Fr. 23.65.

Danach ging es den Kompassen an den Kragen. Sie wurden in Wasser und Sand getaucht, mussten eisige Temperaturen im Tiefkühler und kleinere Stürze aushalten. «Wir haben uns verschiedene Szenarios ausgewählt, welche auch realistisch sind und im Alltag vorkommen können», steht in der Arbeit, die die Schüler dem «Kassensturz» abgegeben haben.

Mark, Loris und Noam scheuten keinen Aufwand. Für den Test zur Wasserdichtheit haben sie die Kompasse an einem Gewicht ins tiefe Becken des Hallenbads gelassen. Nur jene Modelle, die absolut wasserdicht waren, bestanden den Test hundertprozentig.

Bei drei Kompassen ist Wasser eingedrungen. Doch die Kompasse müssen nicht nur etwas können, sie müssen gut in der Hand liegen, und ein attraktives Äusseres schadet auch bei Gebrauchsgegenständen nicht.

An einem Stand vor dem Coop holten die drei jungen Tester die Meinungen von Passanten ein. Bei dieser Umfrage hatten die flachen Kompasse eindeutig die Nase vorn. Diese Modelle sehen nicht nur gut aus, bei der Gesamtauswertung landeten sie auf dem 1. und 2. Platz.

Über 100 Tests sind beim «Kassensturz» eingegangen. Die Kompass-Tester überzeugten die Jury und wurden mit dem Rang 9 ausgezeichnet.

Mark, Loris und Noam freuen sich über dieses Resultat und sind stolz auf die Leistung, die sie ohne Hilfe von Erwachsenen erbracht haben. Das Testen hat ihnen grossen Spass gemacht und möglicherweise auch eine Leidenschaft geweckt, Noam überlegt sich, eine medizinische Berufsrichtung einzuschlagen.