Theater
Beziehungsstress im Schlafzimmer

Die Spiel- und Theatergruppe Bottenwil wagt mit Stück «Schlafzimmer-Gäste» eine Herausforderung. Die Protagonisten erklären weshalb.

Daniela Zeman
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Zofinger Tagblatt

Drei Schlafzimmer, vier Pärchen, eine Party, viele Eifersüchteleien und eine nicht enden wollende Nacht: Das ist das Stück «Schlafzimmer-Gäste». «Und das ist ein Wagnis», sagt Kari Roth, der zum 6.Mal bei der Spiel- und Theatergruppe Bottenwil Regie führt. Ein Wagnis ist es deshalb, «weil das Stück vom Dialog lebt und es keine Clownereien gibt», so der Regisseur weiter. Aber man sei auf einem guten Weg.

Es ist dies die zwölfte Spielprobe, sechs stehen vor der Premiere am 12. Februar noch an. Roth gibt vor Spielbeginn letzte Anweisungen. «Sprecht nicht zu schnell.» Und: «Denkt daran, dass die Dialoge nicht einstudiert wirken dürfen.» Dann lässt Roth dem Geschehen auf der Bühne freien Lauf.

Streitende Eheleute

Da ist das Ehepaar Ernst (Kurt Diriwächter) und Linda (Renate Erismann), das seinen Hochzeitstag bei Thon auf Toastbrot feiert – im Schlafzimmer. Da ist das Ehepaar Nick (Urs Siegenthaler) und Trix (Karin Gaberthüel), das streitet, weil Nick wegen seines verletzten Rückens ans Bett gefesselt ist. Und weil Trix dennoch ausgeht – an eine Party, wo auch ihr Ex-Freund Beni (Matthias Aurin) zugegen sein wird.

Das Schicksal will es, dass Beni und seine Frau Susi (Daniela Mauch) gerade in einer Beziehungskrise stecken. So wird die Party beim vierten Paar, Peter (Manuel Leuenberger) und Lotti (Michelle Roth), zum Desaster. Auch Ernst und Linda – Benis Eltern – machen in jener Nacht kein Auge zu.

«Sehr gut, sehr gut.» Regisseur Roth klatscht in die Hände. Praktisch nie musste er den ersten Akt unterbrechen. «Wenn die Bühne in zwei Wochen geöffnet ist, kann ich euch noch besser positionieren», so Roth, der darauf hinweist, dass noch einige Requisiten fehlen. «Manuel, du kannst sicher Knabbereien für eure Party mitbringen.» Und: «Wer hat eine grosse Kartonschachtel?»

Gekämpft für Aufführungsrechte

Die Pause ist kurz, die Bühne wird für den zweiten und letzten Akt freigegeben, die alltäglichen Familiengeschichten in den Schlafzimmern nehmen ihren Lauf. Es sei nicht einfach gewesen, die Aufführungsrechte zu erhalten, so Roth. «Wir sind ganz schön ins Schwitzen gekommen.» Nach sechs Wochen Telefon- und E-Mail-Verkehr haben die Bottenwiler schliesslich das Okay erhalten – aus England. Von dort stammt auch Alan Ayckbourn, der das Stück geschrieben hat.

«Man muss fast exhibitionistisch veranlagt sein, um Theater zu spielen», sagt Roth. Sich trauen, aus sich rauskommen – «die Situationen müssen überspitzt gespielt werden.» Allerdings besteht gerade eben dort bei «Schlafzimmer-Gäste» die Schwierigkeit. «Die Schauspieler dürfen nicht zu fest übertreiben.»

Dies befolgt Roths Truppe, der Regisseur ist auch mit dem zweiten Akt zufrieden. Und die acht Schauspieler kehren zurück in den Alltag, treten nach einer kurzen Besprechung den Heimweg an – zurück ins eigene Schlafzimmer.

Die Aufführungen in der Turnhalle Bottenwil finden am 12., 18., 19. und 20. Februar statt. Reservationen ab 29. Januar unter Telefon 062 721 70 60.