Es ist nicht das erste Mal, dass sich Peter Diem (90) aus Kölliken für die Umwelt einsetzt: Der pensionierte Bezirksschullehrer engagierte sich schon in den Siebzigerjahren unter anderem für den Erhalt des natürlichen Flusslaufs der Uerke oder für die Flachtümpel in der Kiesgrube im Hard. Zudem trug er massgeblich dazu bei, dass das Kölliker Strohdachhaus stehen blieb und zum Dorfmuseum umfunktioniert wurde.

Jetzt zückt er seinen Geldbeutel: Der kinderlose Rentner hat beschlossen, das Geld aus dem Verkauf seines Wohnhauses zur Förderung der Umwelt einzusetzen. Mit dem Kapital von 700'000 Franken wurde die Stiftung Umweltengagement gegründet. Sie soll ausserordentliche Projekte für die Umwelt (wie Natur-, Heimat- und Ortsbildschutz) im Kanton Aargau fördern.

An der Spitze dieser Stiftung steht Niklaus Walther (50) aus Staffelbach. Auch der Stiftungsratspräsident ist kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Umweltprojekte. Seit Jahren arbeitet der zweifache Vater daran, dass auf dem Hügelzug hinter seinem Haus (auf dem Chalt) irgendwann Windräder stehen. Walther hat ursprünglich Steinbildhauer gelernt und sich zwischen 2011 und 2015 zum diplomierten Ingenieur für Energie- und Umwelttechnik weitergebildet.

Die Initiative für die Stiftung kam von Peter Diem. «Peter ist mit dem Wunsch auf mich zugekommen, einen Teil seines Vermögens zur Förderung der Umwelt einzusetzen», sagt Walther. Dieses Vermächtnis habe er mit der Absicht verbunden, auch andere zu ermutigen, für eine gemeinnützige Sache einzustehen. Zudem sei es Diem wichtig gewesen, dass das Geld im Kanton Aargau eingesetzt werde. Ganz unter dem Motto «denke global, handle lokal», so der Stiftungsratspräsident weiter.

Sinnvolle Verteilung

«Umweltengagement» wurde letzten Herbst gegründet. «An die Öffentlichkeit wollten wir erst, wenn unsere Website steht», sagt Walther. Dem vierköpfigen Stiftungsrat gehören neben Niklaus Walther die beiden Nichten des Gründungsvaters, Salome Schüpbach und Sabine Schüpbach Blunier an. Komplettiert wird der Rat durch Stefan Blunier.

Das jährliche Preisgeld der Stiftung Umweltengagement beträgt maximal 100'000 Franken. Auf die Frage, ob die Stiftung bei einem Gesamtkapital von 700'000 Franken also in sieben Jahren wieder aufgelöst werde, antwortet Walther: «Es ist nicht zwingend, dass wir jedes Jahr den Maximalbetrag ausschöpfen». Es werde von Projekt zu Projekt entschieden. Aber falls sich niemand finden lasse, der die Stiftung weitertragen wolle, wenn das Kapital sinnvoll verteilt sei, werde die Stiftung aufgelöst. «In dem Sinne ist es ein Auslaufmodell», so der Stiftungsratspräsident.

Keine fixen Kriterien für Projekte

Erstmals sollen im Juni Fördergelder für die Umsetzung neuer Projektideen gesprochen werden. Die Prüfung und der Entscheid über die jährliche Vergabe erfolgt durch den Stiftungsrat.

Eigentlich wäre das Projekt von Niklaus Walther «Windrad ufem Chalt» geradezu prädestiniert für einen solchen Förderpreis. «Durch meine Funktion im Stiftungsrat habe ich unser Projekt automatisch aus dem Rennen genommen», sagt Walther.

Gemeinnützige Projekte aus dem Kanton Aargau, welche die Fördervoraussetzungen erfüllen, können bis Ende April eingereicht werden. «Die Statuten lassen uns die Freiheit, nicht nach fixen Kriterien entscheiden zu müssen», sagt Walther. Sie würden sich überraschen lassen, welche Projekte den Weg zu ihnen fänden.