Muhen

Beschwerde wegen Kunstrasen-Projekt: Abstimmung wird wie geplant durchgeführt

Das Haupt-Fussballfeld des FC Muhen (im Hintergrund) soll saniert, vergrössert und durch Kunstrasen ersetzt werden. Archiv

Das Haupt-Fussballfeld des FC Muhen (im Hintergrund) soll saniert, vergrössert und durch Kunstrasen ersetzt werden. Archiv

In Muhen sind die Emotionen momentan am Überkochen. Der Gmeind-Entscheid zum neuen Fussballfeld mit Kunstrasen wurde beim Kanton angefochten. Währenddessen reklamiert der Gemeinderat, die Kunstrasengegner verteilten falsche Informationen.

Seit gegen den Entschluss der Gmeind, das Fussballfeld zu vergrössern und durch einen Kunstrasen zu ersetzen, das Referendum ergriffen wurde, betreiben beide Lager intensiven Abstimmungskampf. Am 10. Februar entscheiden die Müheler an der Urne, ob das 3,8-Millionen-Franken-Projekt ausgeführt werden soll.

Der FC Muhen möchte sein Spielfeld an die vom Schweizerischen Fussballverband vorgeschriebenen Masse anpassen, um weiterhin Verbandsspiele austragen zu können. In einen Fussballverein, der nicht mehr im Wettbewerb mit den anderen steht, würden nur wenige Junioren neu eintreten und erwachsene Spieler austreten. Der Verein würde austrocknen, sagt Präsident Chris Stecher. Zudem soll im Rahmen der Sanierung ein Kunstrasen den heutigen Naturrasen ersetzen. Dieser halte länger und könne ganzjährig bespielt werden.

Die Gegner kritisieren die Kosten als überrissen und den Kunstrasen als umweltschädigend. Durch die Abnützung entstehe Mikroplastik, so Urs Fäh vom Referendumskomitee. Das Material gelange am Ende in die Suhre. Nicht nur vom Kunstrasen falle Plastik ab, auch vom Fundament im Boden.

Befürworter und Gegner des Spielfeld-Projekts haben Flugblätter gedruckt und unter den Mühelern verteilt. Gleichzeitig liefern sie sich mit Kommentaren auf dem Online-Portal der AZ schriftliche Wortgefechte. Vor allem über Sinn und Unsinn des geplanten Kunstrasens wird heftig diskutiert.

Beschwerde eingereicht

Jetzt wird mit einem weiteren Rechtsmittel ins Müheler Wespennest gestochen: Gegen den Entscheid der Gemeindeversammlung am 23. November (die das Fussballfeld-Projekt annahm) ist beim Kanton eine Beschwerde eingegangen. Dies teilte die Gemeindeverwaltung Muhen gestern mit. Demnach wurde die Beschwerde bereits im Dezember bei der Gemeindeabteilung des Departements Volkswirtschaft und Inneres eingereicht. Sie richtet sich gegen das an der Gemeindeversammlung durchgeführte Abstimmungsverfahren. Was die Beschwerde genau bemängelt – dazu kann der Gemeinderat keine Stellung nehmen, da es sich, wie es auf Anfrage der AZ heisst, um ein laufendes Verfahren handelt.

Die Gemeindeverwaltung Muhen erhielt erst vor ein paar Tagen Kenntnis davon, dass gegen den Gmeind-Entscheid Beschwerde eingereicht wurde. «Die Beschwerde wurde uns zur Vernehmlassung zugestellt», sagt Gemeindeschreiberin Corinne Schär. Der Gemeinderat habe sich inzwischen im Rahmen der Vernehmlassung schriftlich zur Beschwerde geäussert. Nun warte man auf den Beschwerdeentscheid des Kantons.»

Wie wirkt sich die Beschwerde auf die Urnenabstimmung aus? Diese findet bereits in gut zwei Wochen statt. «Die Abstimmung wird wie geplant durchgeführt», sagt Corinne Schär. «Es sei denn, der Kanton entscheidet vor dem 10. Februar, dass der Gemeindeversammlungsbeschluss aufgehoben wird.»

Zurück zum Punkt null

Ob der Kanton seinen Entscheid noch vor dem Abstimmungstermin fällen kann, darüber ist sich Martin Süess vom Rechtsdienst der Gemeindeabteilung nicht sicher: «Wir müssen Abklärungen machen und brauchen noch etwas Zeit», sagt er auf Anfrage. Würde die Beschwerde nach der Urnenabstimmung vom Kanton gutgeheissen, so Süess weiter, würde das Abstimmungsergebnis aufgehoben. «Muhen ginge in diesem Fall zurück zum Punkt Null und müsste über den Fussballplatz erneut an einer Gemeindeversammlung abstimmen.»

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