Nostalgie
Bertschis retten «S’ farbig Bähnli» der WSB

Die Wynental- und Suhrentalbahn hatte ihr nostalgisches Zügli zur Verschrottung freigegeben. Monika und Albert Bertschi schenkten den zwei farbigen Wagen ein zweites Leben – indem sie sie der Wassertalbahn in Rumänien übergaben.

Urs Helbling
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Bertschis retten «S’ farbig Bähnli» der WSB
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Albert, Daniel und Monika Bertschi (v. l.) posieren mit Georg Hocevar (Mitte), dem Chef der Wassertalbahn, und seinen Mitarbeitern.
Das Lökeli (hier auf einem Archivfoto mit den beiden Wagen) steht noch in Reinach. Dafür wird noch ein Verwendungszweck gesucht.
Die beiden Wagen des «Farbig Bähnli» sind in Rumänien eingetroffen. Das Aargauer Wappen soll nicht entfernt werden.

Bertschis retten «S’ farbig Bähnli» der WSB

zvg

Am Donnerstag vor Pfingsten holten die Rumänen die beiden Wagen in Reinach auf dem Areal der Bertschi Mulden + Container Transporte AG ab. Sie stehen jetzt bereit im Depot der Wassertalbahn in Viseu de Sus. Die Wassertalbahn ist eine sogenannte Waldbahn. Sie dient vor allem dem Abtransport von Holz aus einem langen, unberührten Tal in den Karpaten. Im Sommer wird sie zunehmend auch touristisch genutzt. Dafür sind die beiden Wagen des «Farbig Bähnlis» bestens geeignet. Keine Verwendung hatten die Rumänen für das rote Lökeli. Ihre Linie ist nicht elektrifiziert, sie haben Dampfloks.

Die beiden Wagen stammen aus dem Jahr 1946. Sie wurden ab 1967 auf dem Netz der WSB zusammen mit dem Lökeli für Nostalgiefahrten eingesetzt. Doch die Nachfrage nach dem «Farbig Bähnli» ging zurück, der Unterhalt wurde immer teurer. Auch die Sicherheitsbestimmungen nahmen laufend zu. Darum übergab die WSB das Bähnli der Firma Bertschi zur Verschrottung.
Doch die Bertschis suchten nach einer Lösung, wie die Wagen gerettet werden könnten (für das Lökeli tun sie es noch immer). Und sie fanden sie. Auf einer Geschäftsreise in Rumänien wurden sie auf die Wassertalbahn aufmerksam gemacht. Diese zeigte Interesse. Der Bertschi-Clan (der 96-jährige, bahnbegeisterte Grossvater war mit dabei) nahm im März einen Augenschein vor Ort.

Die beiden Wagen wurden asbestfrei gemacht. Ihr Stahl wäre im Schrotthandel durchaus etwas Wert gewesen. «Wir haben auf die Einnahmen verzichtet und die Wagen den Rumänen geschenkt», erklärt Albert Bertschi. Seine Frau ergänzt: «Wir finden es schön, dass ‹s farbig Bähnli› in Rumänien nicht einfach aufgestellt wird, sondern weiterfahren kann.»