Schmiedrued-Walde

Bernhards Bernhardiner ist ein Türöffner zu den Kindern der Sonderschule

Bernhard Imbodens Bernhardiner Artus mag es, wenn er in der Pause mit den Kindern spielen kann.

Bernhard Imbodens Bernhardiner Artus mag es, wenn er in der Pause mit den Kindern spielen kann.

Seit etwas mehr als einem Jahr nimmt Bernhard Imbodens seinen Bernhardiner Artus mit in die Sonderschule Walde. Und mittlerweile hat sich der Hund gut eingelebt und ist aus der Schule nicht mehr wegzudenken.

Artus dreht sich langsam auf den Rücken, streckt seine vier Pfoten in die Höhe, schliesst die Augen und lässt sich kraulen. Sein Besitzer Bernhard Imboden nimmt die Hundeleine in die Hand und Artus steht sofort auf den Beinen. Er weiss: Jetzt gehts raus, jetzt darf er mit den Kindern spielen.

Seit etwas mehr als einem Jahr bringt Bernhard Imboden seinen Bernhardiner Artus mit in die Sonderschule. An seinem ersten «Arbeitstag» war Artus rund drei Monate alt. Am 11. Februar 2013 wurde er geboren, er wog gerade mal 700 Gramm. Aufgezogen wurde er in der Zucht «Au Moulin de Tallans» von Familie Lanz in Gontenschwil, zusammen mit acht Geschwistern. Als ihn Imboden zu sich nahm, wog Artus bereits 14 Kilogramm. Heute, mit rund 19 Monaten, bringt er stattliche 70 Kilogramm auf die Waage.

Hier war Artus einen Monat alt.

Hier war Artus einen Monat alt.

Meist liegt er unter dem Pult in Imbodens Büro, döst auf einer Decke, manchmal sind Schnarchlaute und Rülpser zu hören. Bernhard Imboden ist der pädagogische Leiter der Sonderschule Walde und Artus ist zu seinem treuen Gefährten geworden. «Artus ist eine ‹Gemütsmore›, er ist neugierig und aufgeweckt», sagt er. In den Räumen der Sonderschule konnte Artus aufwachsen. Küche, Essbereich und Schulzimmer sind für ihn jedoch tabu. «Es gab trotzdem sehr schnell die ersten Begegnungen mit den Kindern», sagt Imboden. Artus habe den Zugang zu den Kindern schnell gefunden. «Die Kontakte sind sehr herzlich», erzählt sein Herrchen.

Die ruhigen Kinder gefallen Artus

Oft geht Imboden in der grossen Pause mit Artus auf den Pausenplatz, spielt mit ihm und die Kinder gesellen sich zu ihnen. Als Artus noch klein war, sind die Kinder mit ihm herumgetollt, rannten einander hinterher. «Das Hochspringen musste ich Artus jedoch schnell abgewöhnen, mit 14 Kilo war das noch in Ordnung, mit 70 Kilo geht das nicht mehr.»

Vor allem zu den stillen Kindern fühlt sich Artus hingezogen. So erzählt Imboden von einem ruhigen und zurückhaltenden Mädchen, das zuerst nur zögernd auf Artus zuging, nur wenig redete. Doch mit der Zeit begann das Mädchen mit dem Hund zu sprechen und öffnete sich immer mehr. Heute redet es gerne und spricht auch über seine Bedürfnisse. Das war ein Erlebnis, das Bernhard Imboden nicht mehr vergessen wird.

Doch eine Ausbildung zum Therapiehund will Imboden mit Artus dennoch nicht machen. «Ich will diese Begegnungen im Alltag geschehen lassen», sagt er. «Die Begegnungen sollen nicht geschult, sondern natürlich passieren.»

Imboden ist Experte geworden

Mittlerweile ist Bernhard Imboden zum Experten in Sachen Bernhardiner geworden. Denn die Kinder haben viele Fragen. Warum beispielsweise hat der Bernhardiner so blutunterlaufene, rote Augen? Imboden weiss, dass das mit der Rasse zu tun hat und für den Bernhardiner völlig natürlich ist. Und Artus ist ein reinrassiger Bernhardiner.

Zweimal war Imboden mit Artus an einer Hundeausstellung. An der Weltausstellung in Deutschland belegte Artus gar den zweiten Platz in der Jugendkategorie. «Artus ist momentan in der pubertären Phase», sagt Imboden. Manchmal sei er ein Dickkopf. «Es gibt Tage, da hört er kaum auf ein Kommando.» Trotzdem, er will keinen anderen Hund: «Ich habe lieber ein Schlitzohr als einen langweiligen Nebenhertrotter.» Er muss auch damit leben, dass die Kinder morgens Artus grüssen und sein Herrchen kaum wahrnehmen. Doch das nimmt Imboden gelassen.

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