Menziken

Belebendes Angebot dank Pionierin der Aktivierungstherapie

Im Asana-Spital können sich Patienten, Mitarbeitende und Besucher im neu eröffneten Kneippbecken erfrischen und im Gehgarten ungewöhnliche Sinneseindrücke erleben.

Wie fühlt es sich an, barfuss über grobe Steine oder Korkzapfen zu gehen? Seit Samstag kann das im Asana Spital Menziken ausprobiert werden. Da merkt man, dass Tannzapfen zwar die Fusssohlen pieksen, Holzschnitzel aber noch viel unangenehmer sind. Die Flaschenboden werden in der Sonne schnell heiss, problemlos zu bewältigen sind hingegen die eingelassenen Backsteine, witzig der Betonboden mit Abdrucken von Spritzen und Stethoskop.

Anlässlich des Einweihungsfestes genossen die Benutzer besonders das Einsinken in einen weichen, fast schlammigen Untergrund, über dessen Inhalt munter spekuliert wurde. Freuen dürfen sich zukünftige Besucher auf den Moosboden, der ein Waldfeeling verspricht. Dieser muss aber noch wachsen, denn der Kneipp- und Gehgarten wurde gerade erst eröffnet.

Wasser stammt aus eigenen Quelle

Bereits vollständig in Betrieb ist das Kneippbecken. Es wird aus einer reaktivierten, spitaleigenen Quelle gespeist und soll in Zukunft Patienten, Mitarbeitende oder Besucher des Spitals erfrischen. Eine Tafel weist auf die richtige Benutzung hin: Im Storchenschritt soll man die Füsse aus dem Wasser heben, anschliessend nicht abtrocknen, sondern sich auf der Tretfläche warmlaufen. «Erfrischt am Tag und beruhigt am Abend», verspricht die Anleitung.

Nach der Einweihungsfeier wagten sich einige Unerschrockene ins nicht nur kühle, sondern richtiggehend kalte Nass und spürten die belebende und erstaunlicherweise auch wärmende Wirkung des Bades.

Physiotherapie auch draussen

«Der Kneipp- und Gehgarten setzt unserem Therapieangebot das Sahnehäubchen auf», meinte Daniel Schibler, Leiter des Spitals Menziken, in seiner Ansprache. Physiotherapie soll bei gutem Wetter in Zukunft auch im Freien stattfinden. Ergänzt wird die Anlage durch eine Gehtreppe und Mobilisationsgeräte zur Steigerung von Beweglichkeit und Koordination, zum Beispiel einem Drehrad für die Lockerung der Schultern. Auf Bänken und Ruheliegen können sich die Benutzer nach den Anstrengungen ausruhen.

Doch nicht nur Patienten sollen von diesem neuen Angebot profitieren. Therese Gautschi, Leiterin des Pflegedienstes, erklärte: «Auch für die Spitalmitarbeitenden ist die Anlage gedacht. Nach dem Kneippen können sie wieder entspannt zu den Patienten gehen.»

Besucher und die Öffentlichkeit sind ebenfalls herzlich eingeladen. «Es ist eine Oase der Begegnung», erklärte Gautschi. «Sie soll viel benutzt werden und Freude bereiten.» Auch an die Natur wurde gedacht. Im Oval des Gehgartens blühen verschiedene Kräuter, am Bord soll eine Wildblumenwiese wachsen.

Spenden und freiwillige Arbeit

Angestossen wurde das Projekt durch eine Trauerspende. Leni Schlör-Burger, verstorben 2012, war eine Pionierin der Aktivierungs- und Beschäftigungstherapie, lange bevor diese professionalisiert wurde. Bis ins hohe Alter leitete sie die Vorlesegruppe im Pflegeheim. Dank weiterer Geld- und Sachspenden sowie freiwilligen Arbeitseinsätzen wurde der Kneipp- und Gehgarten realisiert.

Die Besucher der Einweihungsfeier waren begeistert. «Das wirkt sehr befreiend, aller Ärger ist weg», konstatierte Renate Gautschy, Gemeindeammann von Gontenschwil, nach einem Kneippbad zufrieden. Und Leni Schlörs Sohn Max Ruedi stellte fest: «Das hätte meiner Mutter gefallen.»

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