Morgens um zehn gehört der grosse Spielraum im «Pink Panther» den Kleinen. Zufrieden krabbeln sie herum, spielen und werden von den Betreuerinnen unterstützt oder angeleitet.

Seit der Eröffnung der Tagesstruktur «Pink Panther» im August 2004 hat sich einiges verändert. So wurde das Betreuungsangebot mit Mittagstisch und Kinderhort um die Krippe ausgeweitet. Heute hat der «Pink Panther» drei Angebote für die Eltern von Kindern.

In der Kinderkrippe werden Säuglinge ab 2 Monaten bis zum Kindergartenalter betreut. Für Kindergartenschüler bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit bietet sich die schulergänzende Betreuung im Kinderhort an.

«Wir haben Kinder, die von den Eltern jeweils vor der Schule zu uns gebracht werden. Sie gehen von hier aus zur Schule», erklärt Lea Thoma, die Leiterin der Tagesstruktur. Viele kehren nach dem Unterricht in den Pink Panther zurück, lösen hier ihre Hausaufgaben oder geniessen die freie Zeit zum Spielen mit andern Kindern.

Bis zu 30 Kinder sind jeweils über Mittag zum Essen angemeldet. Unter den Mittagsgästen sitzen auch mehrere Jugendliche, die in Reinach die Oberstufe besuchen. Grosse und Kleine, dies sei kein Problem, sagt Lea Thoma.

Die Grossen könnten sich zurückziehen, wenn sie dies wünschten. Viele würden sich auch gern einmal mit jüngeren Kindern abgeben. «Grosse Knaben geniessen es durchaus, wenn sie von den Kleinen bewundert werden.» Thoma vergleicht das Zusammenleben mit der Situation in einer Grossfamilie.

Vieles spricht für Tagesstruktur

Im Pink Panther arbeitet Lea Thoma mit vier fest angestellten Kolleginnen und zwei Praktikantinnen zusammen. Zusätzlich bildet sie eine junge Frau zur Fachfrau Betreuung (Fabe) aus.

Es gibt verschiedene Gründe für Eltern, ihr Kind oder ihre Kinder tagsüber ganz oder teilweise im Pink Panther betreuen zu lassen. Zum Teil arbeiten beide Elternteile, oder Alleinerziehende sind froh, wenn sie einer Arbeit nachgehen, ihre Kinder gut betreut zu wissen.

Weiter kommt es auch vor, dass das Sozialamt empfiehlt oder anordnet, dass Kinder aus besonderen Familienverhältnissen im Pink Panther betreut werden müssen. «Manchmal empfiehlt auch eine Kindergärtnerin den Eltern, ein Kind zeitweise in die Tagesstruktur zu schicken», sagt Lea Thoma.

Für Kinder, die wenig Kontakt mit anderen Kindern haben, oder die in gewissen Entwicklungsschritten etwas zurück sind, bietet der Hort ein Umfeld, um ein gutes Sozialverhalten zu erwerben. «Die Kinder lernen bei uns, sich in einer Gruppe bewegen, sie lernen Regeln einhalten, im Spiel und im Alltag», erklärt Lea Thoma. Die Betreuerinnen legen Wert darauf, dass die Kinder in den Tagesablauf einbezogen werden, dass sie lernen, sich und ihre Bedürfnisse auszudrücken.

Mit dem Konzept Krippe-Hort-Mittagstisch unter einem Dach leistet Reinach einen guten Beitrag zum Wohl von Familien, die auf dieses Angebot angewiesen sind.

Tarife sind einkommensabhängig

Die Tagesstruktur Pink Panther als Verein organisiert und bietet ihre Dienstleistungen den Eltern von Reinach und Umgebung an. Die Tagesstätte ist Montag bis Freitag von 6.45 bis 18 Uhr geöffnet. Nur über die Weihnachtstage und an offiziellen Feiertagen bleibt die Tagesstruktur geschlossen.

Die Tarife für die Betreuung sind abgestuft und berechnen sich nach dem steuerbaren Einkommen. Ein ganzer Tag kostet zwischen 70 und 85 Franken, ein Halbtag zwischen 35 und 42.5 Franken. Pro betreutes Mittagessen werden bei Schulkindern 12 Franken berechnet.

Aktuell sind 53 Kinder bei Pink Panther angemeldet. «Wir sind gut ausgelastet», sagt Lea Thoma, «hätten aber noch Platz für weitere Kinder.»