Reinach
Bei Jungunternehmerin Karin Bertschi wird Recycling zum Erlebnis

Grosse Ehre für die Reinacher Jungunternehmerin Karin Bertschi: Gestern durfte sie in Aarau den von der Erdöl-Vereinigung gestifteten Prix Evenir entgegennehmen. Sie hat 2010 eine öffentliche Entsorgungsstelle für Reinach und Leimbach eröffnet.

Peter Siegrist
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Der mit 50 000 Franken dotierte Nachhaltigkeitspreis gehe an die Reinacherin, weil sie mit «ihrem neuartigen Recycling-Ansatz verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit verbindet», sagte Ronald Ganz, Präsident der Erdöl-Vereinigung an der Preisverleihung. Der Preis soll «zum verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen animieren».

Das Recycling Konzept überzeugte

Die Jungunternehmerin Karin Bertschi (21) hat in Reinach 2010 das neue Recycling-Paradies, eine öffentliche Entsorgungsstelle für Reinach und Leimbach, eröffnet. Mit ihrem Konzept ist es Bertschi gelungen, in einer neuen Halle den Entsorgungsbereich aus dem grossen Recyclinghof des elterlichen Betriebs herauszulösen und das Recycling ganz ohne Müllhalden-Mief, modern, sauber und benutzerfreundlich anzubieten.

An der Preisübergabe in Aarau betonte Nationalrätin Christa Markwalder in ihrer Laudatio: «Im Recycling-Paradies wird auf die Bedürfnisse der Menschen eingegangen.» Hier werde das Entsorgen zur sauberen und angenehmen Angelegenheit. «Das Konzept motiviert, Wiederverwertbares in den Rohstoffkreislauf zurückzuführen.» Das Projekt Recycling-Paradies trage den Namen zu Recht, sagte Markwalder, «es sensibilisiert Kinder und Erwachsene für das Thema Nachhaltigkeit».

Markwalder unterstrich ihre Worten mit deutlichen Zahlen: «Im vergangenen Jahr haben Kunden in Reinach 850 Tonnen Recyclinggüter wie Kleider, Flaschenglas und Karton entsorgt.» Besonders erwähnt wurde, dass auch Kinder in der Halle eine ihnen angepasste Entsorgungsstelle finden.

Dreifacher Einsatz mit Preisgeld

Karin Bertschi zeigte sich sehr erfreut über den Erfolg und äusserte gegenüber der az Aargauer Zeitung, dass sie plane, das Preisgeld aufzuteilen. «Wir spenden einen Teil an Beat Richners Kinderspital in Kambodscha, pflanzen vor unserer Halle eine Baumallee und investieren einen Teil in die Anschaffung eines emissionslosen Gabelstaplers.

Die Erdölvereinigung hat am Freitag ebenfalls einen Anerkennungspreis verliehen. Geehrt wurde der Zürcher Architekt Bob Gysin für sein lebenslanges Engagement für nachhaltiges und energieeffizientes Bauen.