Uerkheim
Bei dieser Miss-Wahl geizen Schafe nicht mit ihren Reizen

Morgen ist Miss-Schaf-Wahl in Uerkheim. Prämiert werden die schönsten Schafe unter mehr als 300 Tieren. Auch der Schafbauer Jürg Haller aus Gontenschwil reist mit zehn seiner Schafe nach Uerkheim. Und hofft natürlich, zu gewinnen.

Aline Wüst
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Wahl der schönsten Schafdame in Uerkheim Die zehn Kandidatinnen von Bauer Haller.
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Wahl der schönsten Schafdame in Uerkheim
Wahl der schönsten Schafdame in Uerkheim Boder Collie Chakka passt auf, dass die Schafe bleiben, wo sie müssen.
Wahl der schönsten Schafdame in Uerkheim So viel Schönheitspflege muss sein.
Wahl der schönsten Schafdame in Uerkheim Und durchs Klauenbad wieder retour auf die Weide.
Wahl der schönsten Schafdame in Uerkheim Jürg Haller, der Besitzer der Schafe.

Wahl der schönsten Schafdame in Uerkheim Die zehn Kandidatinnen von Bauer Haller.

Aargauer Zeitung

Innere Schönheit spielt bei dieser Wahl keine Rolle; was zählt ist einzig das Äussere. Bewertet werden die Beine, die das Schaf trotz stattlichem Leibesumfang gut tragen sollten. Weiter der Körperbau, der im Idealfall quadratisch ist, und die Wolle, die optimal gekräuselt sein muss.

Schafbauer und Hundezüchter Jürg Haller (48) aus Gontenschwil führt der Jury 10 seiner 200 Schafe vor. Als Vorbereitung für die Miss-Wahl muss ein Klauenbad ausreichen. «Ich habe keine Zeit den Schafen den ganzen Tag hinterherzurennen», erklärt Haller.

Er füttere oder pflege seine Tiere auch nicht speziell für die Schau. «Aufgeblasene Schafe», nennt er solche Tiere und lacht. Sie gehören Leuten, die Schafzucht als Hobby betreiben. Haller aber ist Bauer und die Schafe Bestandteil seiner Lebensgrundlage.

Nicht gepützelt

Die Schafe müssen Leistung erbringen – und zwar ohne Spezialfutter. Gefressen wird das Gras auf der Weide. Ausserdem sollen sie jährlich Nachwuchs bekommen und Fleisch «produzieren». Darum ist es nicht Eitelkeit, die Haller nach Uerkheim führt. «Mit der Bewertung der Jury erfahre ich, was ich in der Zucht noch verbessern kann.»

Und je besser seine Zucht ist, desto mehr Geld springt für Bauer Haller raus. «Wenn das Schaf qualitativ hochwertig ist, liefert es 22 Kilo Fleisch. «Pro Kilo bekomme ich höchstens 12 Franken.»

An die Schafschau kann jeder so viele Tiere bringen, wie er will. Wenn ein Züchter alle seine Schafe bringe, sei das nicht unfair. Denn in einer Herde habe es immer «Ramsch» dabei. «Und wer behauptet das stimmt nicht, der ist ein Lugihund», sagt Haller.

Herz für Pferde und Hunde

Mit den Schafen macht Haller sein Geld. Sein Herz aber schlägt für Pferde und Hunde. Ein kleines hellblaues Schild, dass an der Stallwand hängt erzählt davon: «Schweizer Meisterschaft Finale Oberegg 2007».

Gewonnen hat er es mit seinen Koppelhunden. Koppelhunde sind Hunde, die Schafherden zusammentreiben. Haller bildet solche Hunde selber aus. Seine Border Collies befolgen präzise die Pfiffe und leisen Befehle. Im Nu treibt der Hund Chakka die zehn Schafe zusammen, die morgen nach Uerkheim fahren und gemütlich unter einem Nussbaum liegen.

Ein paar Sekunden später stehen die zehn Schönheiten dicht aneinandergedrängt vor Bauer Haller. Chakka duckt sich ungefähr zehn Meter hinter ihnen ins Gras. «Ohne Chakka wäre die Arbeit mit den Schafen mühsam» erklärt Haller. In zwei Wochen fährt er an die Koppelhund-Weltmeisterschaft nach England.

Zuerst führt er aber den Richtern in Uerkheim einzeln seine Schafe vor. Und obwohl sie für ihn reine Nutztiere sind: Wenn eines gewinnt, ist er dann schon stolz, erklärt er verschmitzt.

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