Peter Ruch

Bei der Zofinger Feuerwehr war Platzwischen Chefsache

Peter Ruch ist noch bis Ende Jahr zu 30 Prozent als Kommandant und zu 70 Prozent als technischer Leiter der Feuerwehr Zofingen angestellt. Hausplatzwischen ist deshalb Chefsache. Bild: Remo Wyss

Peter Ruch ist noch bis Ende Jahr zu 30 Prozent als Kommandant und zu 70 Prozent als technischer Leiter der Feuerwehr Zofingen angestellt. Hausplatzwischen ist deshalb Chefsache. Bild: Remo Wyss

Der langjährige Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Zofingen wurde offiziell verabschiedet.

48 Dienstjahre, davon 35 im Hauptamt als Materialwart und 27 als Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Zofingen: Wenn Peter Ruch diesen Freitag am Abschlussabend der Feuerwehr Zofingen offiziell verabschiedet wird, geht eine Ära zu Ende. Zighunderte Einsätze kamen im Lauf der Zeit zusammen. «In Erinnerung bleiben oft die schlimmen Fälle, Brände mit Verletzten oder Toten oder schwere Verkehrsunfälle etwa», sagt der 64-Jährige.

«Es ist aber wichtig, dass man nicht zu sehr an einem Fall hinterhersinniert, sondern ihn verarbeitet», fügt er an. Besonders in Erinnerung geblieben ist auch das Unwetter 2017. Wie viele andere, war auch der Zofinger Feuerwehrkommandant über 30 Stunden im Einsatz. Solche Elementarereignisse nehmen tendenziell zu. Deshalb sind sie auch bei der Feuerwehr vermehrt ein Thema.

Bruno Giger (r.) war für Ruch immer ein verlässlicher Vizekommandant. (Archivbild von 2007)

Bruno Giger (r.) war für Ruch immer ein verlässlicher Vizekommandant. (Archivbild von 2007)

Ruch erlebte viele Veränderungen mit

Auch sonst erlebte Peter Ruch so einige Veränderungen in der Feuerwehr. «Wir löschen nach wie vor mit Wasser. Aber die ganze technische Veränderung, mit den Handys oder dem Internet als Beispiele, war schon gewaltig.» Während einige Veränderungen zum Positiven waren, gab es auch negative Entwicklungen. «Da fällt mir der ganze Administrativaufwand ein», so Ruch. «Einige Sachen sind sinnvoll, andere werden gemacht, damit sie gemacht sind», sagt er schmunzelnd.

Für Hobbys fehlte bis jetzt immer die Zeit

Nebst den Veränderungen gibt es aber auch Konstanten. «Etwas, das in all den Jahren gleich blieb, ist sicher die Kameradschaft. Heute wird vielleicht nicht mehr ganz so viel zusammengehockt wie früher. Dennoch sind das Kollegiale und der Zusammenhalt nach wie vor sehr wichtig.» Denn zusammen in den Einsatz, etwa in ein brennendes Haus zu gehen, erfordere grosses Vertrauen zu den Kameraden und Kameradinnen.

Hektik und Zeitdruck wird Peter Ruch Ende Jahr gerne hinter sich lassen. (Archivbild von 2012)

Hektik und Zeitdruck wird Peter Ruch Ende Jahr gerne hinter sich lassen. (Archivbild von 2012)

Für die Feuerwehr interessierte sich Peter Ruch schon früh. Bereits sein Vater war Feuerwehrmann – und Ruch begleitete in als kleiner Junge. Dennoch, bloss das Interesse an der Feuerwehr reicht nicht aus, um 48 Jahre dabei zu sein und 27 Jahre an der Spitze zu stehen. «Das Miteinander war mir immer sehr wichtig. Innerhalb der Feuerwehr Zofingen, mit den anderen Feuerwehren und Organisationen der Region oder der Politik. Ohne das hätte ich es nicht so lange gemacht.» Wichtige Stütze war ihm in den ganzen 27 Jahren als Kommandant immer sein Vize Bruno Giger, der gleichzeitig mit Ruch verabschiedet wird. «Wir sind zwei verschiedene Typen, die sich aber immer gut ergänzt haben. Das war immer wahnsinnig wertvoll.»

Obwohl Peter Ruch bereits am Schlussabend verabschiedet wird, arbeitet er noch bis Ende Jahr weiter. «Dann geht es in den Ruhestand», so Ruch. Ob er etwas vermissen wird, weiss er nicht. Was er aber sicher nicht vermissen werde, sind der Zeitdruck und die Hektik. «Dennoch war es ein sehr schöner Beruf, jetzt kommt aber ein neuer Abschnitt.» In diesem neuen Abschnitt soll es auch Platz für Hobbys haben. Denn die blieben bis jetzt auf der Strecke. Remo Wyss

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