Schöftland

Bei der Bilder-Versteigerung des Frauenvereins gibt es sogar einen Bieterkampf

Für den idyllischen Bergsee, den Margrit Feller zeigte, interessierte sich niemand. Er ging zurück in die Ausstellung. sih

Für den idyllischen Bergsee, den Margrit Feller zeigte, interessierte sich niemand. Er ging zurück in die Ausstellung. sih

Der Gemeinnützige Frauenverein Schöftland hat am Wochenende das vor der Renovation kurzzeitig leerstehende alte Schulhaus für eine grosse Bilderausstellung genutzt. Unter freiem Himmel wurden Bilder versteigert.

«Wenn Ihr dieses Bild an eine weisse Wand hängt, erinnert es euch den ganzen Winter hindurch, dass es einen Frühling gibt.» Farbig pries Auktionator Nik Walther das Gemälde von Anita Nespoli an. Umsonst. Niemand der rund 30 Gantbesucherinnen und -besuchern interessierte sich für den Blumenstrauss in Öl.

Hunderte von Gemälden, Drucken und Zeichnungen schmückten die ehemaligen Klassenzimmer. Die Besucher kauften fleissig direkt aus der Ausstellung, die freigewordenen Plätze wurden sogleich mit neuen Bildern gefüllt.

20 besonders attraktive Stücke, 16 Bilder und 4 Objekte, wurden unter freiem Himmel versteigert. Bewehrt mit orangen Zetteln verfolgten die Auktionsbesucher in bequemen Stühlen die Präsentation der Kostbarkeiten und amüsierten sich über die Anpreisungen von Gantrufer Nik Walther.

«So werdet ihr zu Trendsettern»

Walther hatte sich im Voraus eingehend mit den Stücken befasst und gab gerne Tipps für Platzierung oder Auffrischung. Zum Aquarell einer Tänzerin mit rosarotem Rock empfahl er einen neongrünen Rahmen. «Damit werdet ihr zum Trendsetter.»

Margrit Feller und Dorothee Doswald präsentierten die Werke, und Nik Walther gab sich die grösste Mühe, die Vorzüge der Bilder ins beste Licht zu rücken, doch die Auktionsbesucher blieben zurückhaltend. Zwar genossen sie die gemütliche Stimmung an diesem Frühlingsnachmittag, doch selten wurde die Hand gehoben. Viele Regungen im Publikum, die Walther gerne als Gebot interpretiert hätte, stellten sich als unwillkürliche Bewegungen heraus.

Als Erstes fand das Ölbild «Hühner und Enten am Teich» unter Applaus einen Käufer. Um die vier Lithografien von Felix Hoffmann entbrannte sogar ein Bieterkampf. Für 320 Franken ersteigerte sie schliesslich der Aarauer Simon Hauri. «Wir finden die Bilder von Hoffmann sehr schön und haben auch von ihm illustrierte Kinderbibeln», begründete Hauri sein hartnäckiges Gebot.

Viele Stücke gingen aber zurück. Unter anderem eine Zeichnung von Kurt Hediger, der kurz vorher die Ausstellung besucht hatte, ein Puppenwagen von Wisa Gloria und die Badewanne mit Füsschen, die Walther vergebens als stubentaugliches Hochbeet für Rüebli anpries.

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