Unterkulm
Behörde setzt sich einen verkehrspolitischen Rahmen

Unterkulm hat ihre Verkehrssituation analysiert und beurteilt. Jetzt stellt die Behörde ihren «Kommunalen Gesamtplan Verkehr» (KGV) vor und lädt die Einwohner zur Mitwirkung ein. Bis am 16. September werden Vorschläge entgegen genommen.

Peter Siegrist
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Der Böhlerknoten mit WSB, Auto und Fussgängerstreifen.

Der Böhlerknoten mit WSB, Auto und Fussgängerstreifen.

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In Unterkulm ist die Hauptstrasse auch die zentrale Verkehrsader durch das lang gezogene Dorf. Zusätzlich fährt die WSB auf eigenem, optisch abgetrennten, Trassee durchs Dorf, die Haltstelle beim Böhlerknoten ist auf der Strasse. Und der Böhlerknoten, die Abzweigung nach Schöftland, ist ein neuralgischer Punkt im Dorf. Hier treffen in Stosszeiten Bahnpassagiere, Schulkinder und Autos aufeinander und von allen Verkehrsteilnehmern wird höchste Aufmerksamkeit verlangt.

Der Kommunale Gesamtplan Verkehr bringt weder Projekte noch definitive Lösungen für die Verkehrsprobleme. Aber die vertiefte Analyse der Ist-Situation leitet die Behörde dazu an, sich Rechenschaft zu geben über die gesamte Mobilität in der Gemeinde und vorauszuschauen.

Knotenpunkt und Umnutzung

Allein auf der Hauptstrasse zirkulieren täglich über 11 000 Fahrzeuge, zusätzlich die WSB-Züge, die tagsüber im Viertelstundentakt verkehren. Weiter spielen in der Gesamtschau die Entwicklungsabsichten bei der Umnutzung des KWC-Areals inklusive dessen Parkfläche mit.

Da der Gesamtplanung die Sicht auf die nächsten 15 bis 20 Jahre beinhaltet, spricht er auch die Erschliessungsplanungen für verschiedene Neubaugebiete an. Jedes neue Quartier ist zu erschliessen und bringt zusätzlichen Verkehr.

Gemeindeschreiber Beat Baumann betont gegenüber der az, dass dieser KGV ein Instrument aus dem Baugesetz sei. Der KGV könne die verkehrs- und siedlungspolitischen Absichten der Gemeinde in den nächsten 15- bis 20 Jahren aufzeigen. «Unterkulm musste heute keinen KGV erstellen, aber die Behörde will die Entwicklung voraussehen und beurteilen», sagt Baumann.

So nimmt der KGV konkret Bezug auf künftige Entwicklungen. «Der Gesamtplan ist behördenverbindlich», sagt Baumann, «das bedeutet, dass der Gemeinderat bei künftigen Planungen daran gebunden ist.» Während des Mitwirkungsverfahrens können sich die Bürger zu einzelnen Punkten äussern, sie können auch weitere Anregungen deponieren. Ideen der Bevölkerung würden aufgenommen, beurteilt und verarbeitet. Nachher wird das Dossier dem Kanton zur Genehmigung eingereicht.

Die Gemeindeversammlung muss jedoch nicht über dieses Planungsinstrument der Behörde befinden, weil darin keine Regeln stehen, die für Grundstückeigentümer verbindlich sind. Für die Behörde jedoch ist der KGV eine Richtschnur, die schwierige Planungen und Projektierungen erleichtern kann.

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