Küttigen

Bedenken wegen Asyl-Grossunterkunft – Entscheid «nur teilweise nachvollziehbar»

Der mögliche Asylstandort auf dem Grundstück Hüslimatt/Aabach.

Der mögliche Asylstandort auf dem Grundstück Hüslimatt/Aabach.

Vor einer Woche hatte es noch danach ausgesehen, als könnte die Gemeinde Küttigen mit einer kantonalen Grossunterkunft für Asylbewerber leben. Jetzt tönt es anders.

Im «Küttiger Anzeiger» nimmt der Gemeinderat Stellung zu den Plänen von Regierungsrätin Franziska Roth (SVP). Sie erwägt, auf einer gemeindeeigenen Parzelle an der Bibersteinerstrasse eine Asyl-Grossunterkunft mit 150 bis 300 Plätzen zu erstellen. Der Gemeinderat schreibt, er beurteile die Standortevaluation kritisch. Er könne den Entscheid «nur teilweise nachvollziehen».

Problem Deponie-Sanierung

In der Stellungnahme heisst es: «Der Gemeinderat sieht verschiedene Faktoren, welche einer Realisierung des Projektes erschwerend im Wege stehen und die Standortevaluation der kantonalen Behörden infrage stellen.» Der Ritzer und die angrenzenden Gebiete seien ein zentrales Entwicklungsgebiet des Dorfes, in dem in den kommenden Jahren verschiedene Grossprojekte anstünden. «Dazu gehören ein grösseres privates Wohnbauprojekt, das neue Garderobengebäude für den Fussballclub und insbesondere die anstehende Sanierung der Deponie», so der Gemeinderat. Zudem sehe seine langfristige Masterplanung den Ritzer auch als möglichen Standort für eine Mehrfachhalle vor.

Franziska Roth: «Man könnte meinen, es sei eine Enteignung»

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SVP-Regierungsrätin und Asyldirektorin Franziska Roth steht punkto Asyl-Grossunterkunft in der Kritik.

Wichtiger Entscheid im März

«Aufgrund der Lage der Parzelle – in unmittelbarer Nähe einer reich frequentierten Sportanlage, angrenzend an eine Hauptstrasse, in der Nähe der Aare – beurteilt der Gemeinderat auch Aspekte der Sicherheit eher kritisch», heisst es in der Mitteilung. Gemäss Regierungsrat würden in den nächsten Monaten unter Einbezug der Standortgemeinden vertiefte Abklärungen vorgenommen. Es sei geplant, dass der Regierungsrat aufgrund der Verhandlungen und Stellungnahmen im März 2019 einen Zwischenentscheid fällen werde. Von April bis Juli 2019 solle das Projekt, verknüpft mit der Standortfrage, weiter konkretisiert werden.

«Ein definitiver Standortentscheid ist im Oktober 2019 zu erwarten», so der Küttiger Gemeinderat. Noch in diesem Monat werde ein erstes Mal mit Regierungsrätin Franziska Roth und einer Delegation der kantonalen Verwaltung zusammentreffen und den Dialog aufnehmen.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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