BauProjekte
WSB: «Bahnhof Süd» und Haltestellen-Lifting teilweise auf Kurs – anderswo hapert es gewaltig

Grossprojekte in Schöftland und Unterkulm kommen kaum voran, besser ist es in Aarau und Unterentfelden. Wo es der WSB läuft und wo es harzt.

Urs Helbling
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Der «Bahnhof Süd» ist das grösste private Bauprojekt in der Stadt. Aarau.

Der «Bahnhof Süd» ist das grösste private Bauprojekt in der Stadt. Aarau.

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Die Gefühlslage in der Bauabteilung der AVA (ehemals WSB) dürfte durchzogen sein: Das aktuell grösste Projekt, der Neubau «Bahnhof Süd» in Aarau, kommt gut voran. Seit letzter Woche steht ein erster Baukran– und das erst noch in der AVA-Farbe blau. Realisiert wird das Gebäude zusammen mit einem privaten Investor.

Für 65 Millionen Franken entstehen bis 2024 neben dem neuen AVA-Bahnhof auch Läden, Büros und 64 Wohnungen. Die Platzverhältnisse sind äusserst eng, die Baugrubensicherung war im letzten Sommer nicht nur für die Arbeiter, sondern auch für die Anwohner eine Herausforderung – wegen des nächtlichen Lärms.

In Hirschthal steht ein Hochstudhaus dem Ausbau der AVA-Haltestelle im Weg.

In Hirschthal steht ein Hochstudhaus dem Ausbau der AVA-Haltestelle im Weg.

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Baustart in Entfelden im Mai, beim Binzenhof im Juni

Unannehmlichkeiten wird es dieses Jahr bei den Haltestellen Aarau Binzenhof und Unterentfelden Oberdorf geben. Vor allem für die Automobilisten. Die WSB liftet diese beiden Haltestellen für insgesamt 4,6 Millionen Franken. Es geht darum, die Forderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes zu erfüllen, den Fussgängerschutz zu verbessern und die Infrastruktur für die künftigen Doppeltraktionen der neuen blauen Züge (total 120 Meter lang) zu schaffen. Dafür wird auch der Strassenraum beansprucht.

Beide Projekte sind, so AVA-Kommunikationschef Erwin Rosenast, im Zeitplan. Der Baustart in Unterentfelden ist für Mai geplant (Bauende im Dezember). In Aarau beginnen die Arbeiten im Juni und dauern bis in den Dezember.

Schier ewiges Warten in Unter- und Oberkulm

Weniger gut sieht es in Oberkulm aus. Für insgesamt 18 Millionen Franken soll die neue Haltestelle Oberkulm geschaffen werden (zwischen den heutigen Stationen Oberkulm und Oberkulm Post). Der Baustart musste mehrfach verschoben werden. Während der Auflage des Baugesuches hiess es, er erfolge im Frühling 2018. Aktuell wartet die AVA auf einen Entscheid des Bundesamtes für Verkehr.

Eine endlose Geschichte ist der Fall Unterkulm, wo sich die Eigentrassierung und die Sanierung des Böhlerknotens als grosse Knacknüsse erweisen – auch weil der Wunsch nach einer Tunnellösung in der Bevölkerung weit verbreitet ist. Und der Grosse Rat explizit eine Stellungnahme der Unterkulmer abwarten will, bevor er entscheidet – was eher aussergewöhnlich ist.

Coronabedingt kam der Versuch, die Fronten mittels Diskussionsveranstaltungen aufzuweichen, letztes Jahre nicht wie gewünscht vorwärts. Noch immer hängig ist ausserdem auch die Beschwerde gegen die Ungültigkeitserklärung der Volksinitiative «Eigentrassierung/Böhlerknoten».

Entscheid in Hirschthal bis Mitte 2021

In Hirschthal hat die AVA das Problem, dass ein 216-jähriges Hochstudhaus ihrem ursprünglich angedachten Haltestellenausbau im Wege steht. Bahn und Kanton prüfen gegenwärtig alternative Ausbauvarianten. Und die Gemeinde evaluiert mit dem Eigentümer, wie es mit dem Haus weitergehen könnte. Es geht dabei auch um Fragen einer allfälligen Instandsetzung und künftigen Nutzung. Ein Entscheid wird bis Mitte 2021 angestrebt.

Ausserordentlich schwierig ist die Situation in Schöftland, wo die Lösung des Hegmatte-Problems (siehe unten) um mindestens ein Jahr zurückgeworfen worden ist. Nach der Stellungnahme der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) sind weitere zeitintensive Studien notwendig (AZ vom 29. Januar).

Keinen Widerstand gibt es bisher für die allergrösste Nummer unter den WSB/AVA-Projekten: die Entflechtung in Oberentfelden mit dem Bau eines rund 800 Meter langen Tunnels. Zuletzt ist im November der Ingenieurauftrag für das 170-Mio.-Projekt vergeben worden.