Zetzwil

Bauland-Suche: Auf «Mairüti» lastet viel Hoffnung

Mairüti: Hanglage mit Blick ins Tal.

Mairüti: Hanglage mit Blick ins Tal.

Der Gemeinderat Zetzwil möchte erreichen, dass der Kanton die zwei Parzellen am Hang zu Bauland macht.

Es liegt hoch oben am Hang, das Gebiet Mairüti in Zetzwil. Und es ist derzeit das prominenteste Stück Land im Dorf. Zwei grosse Parzellen, bestehend aus Wiese, die dort beginnen, wo Zetzwils Siedlungsgebiet heute aufhört. Vom Hangabschnitt hat man eine wunderbare Aussicht aufs Tal und sieht bis zur Kirche Gontenschwil. Perfekt für Wohnbau.

Das Problem: Die «Mairüti» ist kein Bauland. An der Gemeindeversammlung vom 26. November 2019 wurde der «Mairüti» wegen einer grossen Diskussion geführt, als es darum ging, die neue Bau- und Nutzungsordnung (BNO) zu genehmigen. Das Gebiet wurde in der neuen BNO nicht als Bauland eingezont (darüber, ob die zwei Parzellen in der neue BNO «nicht eingezont» oder «ausgezont» wurden, sind sich die Experten uneinig. Grund der Unsicherheit ist die Änderung des Raumplanungsgesetzes).

Als Teilgebiet von der BNO ausgeklammert

An der Gmeind wurde der Antrag gestellt, die «Mairüti» aus der BNO auszuklammern. Dieser Teilrückweisungsantrag stiess auf Anklang: Mit 31 zu 26 Stimmen wurde er genehmigt. Mit dieser Änderung wurde die BNO angenommen.

Wie geht es jetzt weiter? «Die angenommene Bau- und Nutzungsordnung wurde dem Kanton zur Genehmigung geschickt», sagt Gemeindeammann Daniel Heggli (parteilos) im Gespräch mit der AZ. «Sobald diese genehmigt ist, macht der Gemeinderat bezüglich ‹Mairüti› beim Kanton eine separate Eingabe – und dies mit einer überarbeiteten Argumentation.»

Die Chancen stehen nicht gut

Der Gemeinderat stehe hinter dem Vorhaben, aus dem Gebiet Bauland zu machen, betont der Ammann. Es geht um viel. 6255 Quadratmeter sind die beiden Parzellen gross, die gute Lage am Hang eignet sich für Einfamilienhäuser oder Terrassenwohnungen.

Doch die Gemeindeversammlung hat nicht wegen des Wohlergehens der Grundeigentümer für die Teilrückweisung gestimmt. «Es geht vor allem um die Attraktivität des Dorfs, die mit Bauland an schöner Aussichtslage gesteigert würde», sagt Daniel Heggli.

Wie aber stehen die Chancen, auf dem Aussichtshang dereinst bauen zu können? Gemäss Vorprüfungsbericht des Kantons, 2018 verfasst, nicht besonders gut. Die Gemeinde habe grosses Potenzial für eine innere Verdichtung, denn sie verfüge über eine tiefe Einwohnerdichte. Heisst: Zuerst müssen im Dorf Lücken geschlossen werden, bevor über Gebiete wie die «Mairüti» gesprochen werden kann.

Zetzwil gilt als «ländliche Achsengemeinde» und soll moderat wachsen. Mit seiner Verdichtungsstrategie ist der Kanton überzeugt, verfüge Zetzwil über genug Bauland. In der alten BNO gab es Bauland, das der heutigen Idee einer Innenverdichtung nicht entspricht. Dieses musste für die neue BNO ausgezont werden, insgesamt gut zwei Hektaren. Unter anderem in einem Teilgebiet Bohnenacher-Bünten oder im Gebiet Schürmatt. Das Dorf verfügte also gemäss Kanton über zu viele Bauflächen. Die kantonalen Behörden zu überzeugen, dass zwei Parzellen am Dorfrand zu Bauzone gemacht werden, dürfte ein schwieriges Unterfangen sein.

Viele Lücken inzwischen geschlossen

Dass in Zetzwil in bestehenden Wohnzonen genug Bauland schlummert, relativiert Daniel Heggli, als er im Sitzungszimmer des Gemeindehauses vor dem aufgehängten Bauplan steht. «Wir sind nicht der gleichen Meinung wie der Kanton», sagt er und zeigt auf Stellen in der Wohnzone W2, die gemäss Plan noch nicht bebaut sind. «Seit die BNO entworfen wurde, sind viele dieser Lücken bereits bebaut oder aber der Grundeigentümer hat kein Interesse zu bauen. Allzu viel freien Platz haben wir also nicht mehr.»

Am nördlichen Dorfeingang gibt es noch unüberbaute jedoch Wohnzone 3, nur liegt diese gleich an der Hauptstrasse. Keine Topwohnlage. Der Ammann hofft also stark, dass der Kanton beim Gebiet Mairüti einlenkt. «Wenn wir das fertigbringen, haben wir etwas Gutes für das Dorf erreicht.»

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