Muhen
Bauarbeiten laufen nach Plan – trotz Sturz des Baugerüstes

Die Bauarbeiten am neuen Betriebsgebäude der Stiftung Wendepunkt schreiten gut voran, obwohl vor zwei Monaten ein Baugerüst auf die Fahrleitung der Wynental- und Suhrentalbahn gefallen ist.

Isabelle Schwab
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Der hintere Drittel der ehemaligen Industriehalle wird noch nicht durch die Stiftung genutzt, kann aber leicht umgebaut werden.

Der hintere Drittel der ehemaligen Industriehalle wird noch nicht durch die Stiftung genutzt, kann aber leicht umgebaut werden.

Zur Verfügung gestellt

Im Moment wird Beton zum Bau der letzten Decke in den zweiten Stock gepumpt. Auch sonst kommen die Arbeiten gut voran. Die Baumeisterarbeiten sollen bis Ende Jahr, der Rohbau bis Februar fertiggestellt werden. Bezogen wird das 12,9 Millionen teure Gebäude wie geplant Ende Sommer 2014.

Dies, obwohl Anfang September eines der Baugerüste während eines Sturmes auf die Fahrleitung der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) gefallen ist. Die WSB-Linie war während mehrerer Stunden unterbrochen. Nur Ersatzbusse verkehrten auf der Strecke zwischen Muhen und Oberentfelden.

«Durch den Sturz gab es eine Verzögerung von etwa 14 Tagen», sagt Sascha Lang, Gesamtleiter der Stiftung Wendepunkt. Wer am Sturz schuld sei, werde momentan noch geklärt. Da die Bauarbeiten jedoch seit Juni sehr gut fortgeschritten seien, habe der Zwischenfall auf den Zeitplan keinen Einfluss.

Mehr Platz dringend nötig

Die Stiftung Wendepunkt arbeitet auf christlicher und sozialer Grundlage. Sie hilft Menschen in schwierigen Lebenslagen, sich wieder ins berufliche und gesellschaftliche Leben zu integrieren. Weil der Platz in den Werkstätten knapp wird, ist Sascha Lang die pünktliche Fertigstellung des neuen Betriebsgebäudes wichtig.

Im Hauptsitz in Muhen stapeln sich die Kisten an den Wänden. Neben den Arbeitsbänken bleibt nur ein schmaler Weg, um von einer Ecke des Raumes in die andere zu kommen. Hinter dem Gebäude steht neben einer ebenfalls bis oben gefüllten Garage ein gemieteter Container, in welchem zusätzliche Teile verstaut werden.

Um mehr Platz zu schaffen, hat die Stiftung schon vor ein paar Jahren ein zusätzliches Grundstück nahe der Bahnlinie gekauft. Gebaut wird jetzt aber genau davor: Eine Industriehalle wurde kurzfristig aufgegeben und zum Verkauf ausgeschrieben.

«Hätten wir das Land dahinter nicht gekauft, wäre ein Umbau in dieser Grösse gar nicht möglich gewesen, denn wir hätten die für das Gebäude erforderlichen Parkplätze nicht bauen können. Ich denke, Gott hat uns damit eine Tür geöffnet.»

Mehr Möglichkeiten

Im Gebäude werden sich dereinst 140 Arbeitsplätze befinden. Sie werden nicht primär neu geschaffen, vielmehr gibt es innerhalb der Stiftung, welche auch Betriebe in Oftringen, Wettingen und Buchs hat, interne Verschiebungen.

Dadurch würden attraktivere Arbeitsbedingungen geschaffen. Ausserdem würden sich der Stiftung durch den zusätzlichen Lagerraum neue Möglichkeiten eröffnen: «Grössere Aufträge, die wir vorher wegen der engen Platzverhältnisse ablehnen mussten, können wir bald annehmen.»

Mit dem Neubau sorgt die Stiftung vor: Ein Drittel des Gebäudes wird in den nächsten Jahren nicht vom Wendepunkt genutzt, sondern vermietet. Er kann aber, sobald nötig, ebenfalls für die Stiftung umgebaut werden.