Beinwil am See

Bau-Sperre an Toplage: Gemeinderat gibt vorläufig nach

Sieben der acht Parzellen an der Hallwilstrasse. Die achte (Nr. 1029) liegt unmittelbar südöstlich.  (Plan: Kanton Aargau)

Sieben der acht Parzellen an der Hallwilstrasse. Die achte (Nr. 1029) liegt unmittelbar südöstlich. (Plan: Kanton Aargau)

Auf Druck von Umweltorganisationen erliess Beinwil am See für acht Parzellen eine Planungszone. Eine definitive Auszonung bedeutet dies jedoch nicht.

Südlich der Jugendherberge, des Hotels Hallwil und der Bootswerft Männich liegen mehrere Parzellen – einen Steinwurf vom Hallwilersee entfernt zum Teil mit unverbaubarem Blick aufs Wasser. Die Flächen liegen in der Wohnzone W2b und sind so weit erschlossen, dass der Gemeinderat Beinwil am See im Dezember 2017 auf eine Auszonung (Umzonung in die Übergangszone) verzichtete, weil er sich vor der «sehr wahrscheinlichen Entschädigungspflicht» fürchtete. Diese Formulierung stand im Mitwirkungsbericht der Gesamtrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland (BNO).

Im Frühling lag die BNO-Revision öffentlich auf (AZ vom 12. 3.). Die vorgeschlagene Auszonung von 1,3 Hektaren ging mehreren Umweltorganisationen zu wenig weit. Neben dem Landschaftsschutzverband Hallwilersee (LSVH) reichten auch die Pro Natura und die Stiftung Landschaft Schweiz Einwendungen ein. Der LSVH bemängelte, dass der Gemeinderat Beinwil die Auszonung von «mutmasslich entschädigungspflichtigen Parzellen praktisch ausschliesst».

Der Druck zeigte Wirkung. Der Gemeinderat beschloss, acht besonders gut gelegene Parzellen aus der laufenden Gesamtrevision der BNO auszuklammern und über sie eine Planungszone zu verhängen. Das faktische, nicht definitive Bauverbot wurde am Dienstag im kantonalen Amtsblatt publiziert.

Mit diesem Vorgehen verschafft sich der Gemeinderat einerseits Zeit, die bereits mehrfach geprüfte Frage einer Auszonung ein weiteres Mal zu erörtern. Andererseits gefährdet er die Gesamtrevision nicht. Im Gegenteil. Er will sie im Volldampf vorantreiben – einfach ohne die acht Parzellen. Ziel ist es, noch dieses Jahr eine ausserordentliche Gemeindeversammlung durchzuführen (die ordentliche findet am 8. November statt).

Das Grundproblem von Beinwil am See sind die «zu gross dimensionierten Bauzonen» (abschliessender Vorprüfungsbericht des Kantons). Das hängt auch damit zusammen, dass die Einwohnerdichte in der Gemeinde mit den vielen Hanglagen (schlecht geeignet für grössere Mehrfamilienhäuser) vergleichsweise tief ist.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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