Suhr

Bald mehr altersgerechter Wohnraum in Suhr

Imposante Baustelle in Suhr: In der Zopfmatte baut die Genossenschaft «Lebensuhr» 54 altersgerechte Wohnungen.

Imposante Baustelle in Suhr: In der Zopfmatte baut die Genossenschaft «Lebensuhr» 54 altersgerechte Wohnungen.

Das Projekt ist in jeder Hinsicht auf Kurs: Die ersten Wohnungen der Überbauung Zopfmatte sollen im Frühjahr 2016 bezogen werden.

Baulärm von überall her: Die beiden imposanten, miteinander verbundenen Gebäude der Überbauung Zopfmatte gleichen zurzeit einem Bienenhaus, in dem sich Uneingeweihte nur schwer zurechtfinden: Der Rohbau ist fertig und im Innern stechen vielerorts die offen daliegenden Heizschlangen der Bodenheizung ins Auge. Auf dem von der Gemeinde erworbenen, 8800 Quadratmeter umfassenden Areal erstellt die Genossenschaft «Lebensuhr» 26 Eigentumswohnungen im einen und 28 Mietwohnungen im andern Haus. Wo ursprünglich zwei weitere Parterremietwohnungen geplant waren, richtet sich nun die Spitex ein.

«Wir bauen keine Alterswohnungen», betont «Lebensuhr»-Präsident Wabo Weber, «sondern Wohnungen, die ein altersgerechtes Wohnen erlauben.» Und dies mit Physio- und topmodernem Fitnesszentrum und «Stromzapfsäulen» für E-Bikes und Elektromobile. Der Bezug erfolgt gestaffelt ab 1. April 2016. Wer eine Wohnung kaufen oder mieten will, muss Genossenschafter sein.

Weber ist voller Enthusiasmus: «Die Leute, die den Verkauf und die Vermietung machen, sagen, wir seien gut dran. Baulich sind wir eher ein wenig voraus. Auch finanziell sind wir sehr gut unterwegs. Wir haben im Moment keine speziellen Ausreisser.» 19 der 26 Eigentumswohnungen sind bereits verkauft. Definitiv weg sind, wenn man die Räume der Spitex mitrechnet, auch fünf Mietwohnungen. Weitere drei Wohnungen sind reserviert. Eine Musterwohnung soll Mitte Dezember bereit sein. Dann, glauben die Leute von der Verkaufsfront, «macht es ‹schwupp› – und alle Wohnungen sind weg.» Ab 1. April 2016 sollen die ersten Wohnungen bezogen werden können. Für August oder September 2016 ist die offizielle Eröffnung vorgesehen.

An möglichst alles, was das Älterwerden mit sich bringt, wurde gedacht. Eine Besonderheit unter dem Titel «altersgerecht» ist etwa das potenzielle «Pflegezimmer»: Jede Wohnung verfügt, angrenzend an den Balkon, über einen 17 Quadratmeter grossen Raum. «Das wurde mit der Spitex so definiert», sagt Weber. «Hier hat ein Pflegebett Platz; man kann von beiden Seiten am Patienten arbeiten.» Begrenzt wird der Raum von einer Gipswand, die entfernt werden kann, falls jemand im gleichen Raum wie die pflegebedürftige Person schlafen möchte.

Kontakte fördern

Kontakte zwischen den Parteien sind erwünscht und werden mit baulichen Massnahmen gefördert. Die Leute sollen sich nicht einfach in ihre Wohnungen zurückziehen, sondern auch mal von einem Balkon zum andern kommunizieren. Darum, erklärt Weber, seien die Balkone versetzt angeordnet. «Liegen sie vertikal übereinander, kann man nicht miteinander reden.» In beiden Häusern gibt es grosse Gemeinschaftsräume, zusätzliche Terrassen für die Allgemeinheit, gemeinsame Wäsche-Lounges und Freiflächen, wo man miteinander Kaffee trinken kann, ohne dass man eine Wohnung betreten muss. Auch ein Teil der Dachterrassen dient als Sitzplatz für alle.

Eigene «Netzwerkperson»

Die Genossenschaft hat eine «Netzwerkperson» mit einem 40-Prozent-Pensum angestellt. Dazu kommt ein Hauswart mit einem 10-Prozent-Pensum. Astrid Jäggi-Schmid, die «Netzwerkperson», übt ihren Job stundenweise schon seit dem 1. Juli aus. Sie ist daran, den Betrieb vorzubereiten und ein Konzept zu entwickeln. Angedacht ist zum Beispiel ein monatlicher Mittagstisch. «Die Cafeteria», sagt Weber, «möchten wir, wenn möglich, von Leuten, die hier wohnen, betreiben lassen.» Auch öffentliche kulturelle Veranstaltungen soll es in der Zopfmatte geben. «Wir wollen etwas machen für die Leute, die hier wohnen – wie für die Umgebung.» Auch Haustiere sind in der Zopfmatte zugelassen. «Wenn es nicht gerade Alligatoren und Giraffen sind», wie Weber präzisiert.

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