Kiesgrube-Erweiterung
Bald gibt es auch Beton aus Schmiedrued

Der Erweiterung der Kiesgrube «Allmend Kulmerau» steht nichts mehr im Weg. Jedoch wird die Sebastian Müller AG mit dem Abbau auf Aargauer Boden nicht sofort beginnen.

Carla Stampfli
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Das bewilligte Abbaugebiet auf Schmiedrueder Boden (rot eingezeichnet) misst rund drei Hektaren.

Das bewilligte Abbaugebiet auf Schmiedrueder Boden (rot eingezeichnet) misst rund drei Hektaren.

Die Betonherstellerin Sebastian Müller AG aus Rickenbach weitet ihre Kiesgrube «Allmend Kulmerau» auf Schmiedrueder Boden aus. Der Gemeinderat hat der Luzerner Firma dafür die Baubewilligung erteilt.

Für das Unternehmen sei die Baubewilligung ein wichtiger Schritt, sagt Erwin Müller, Mitglied der Geschäftsleitung der Sebastian Müller AG. Mit den neu erschlossenen Kiesrohstoffen könne man die regionale Versorgung von Kies und Sand gewährleisten: Materialien, die in der Bauindustrie benötigt werden. So etwa in Form von Transportbeton, der auf Baustellen zum Zug kommt oder in Form von Betonwaren wie Pflaster- und Verbundsteine.

Rekultivierung: Nach dem Kiesabbau braucht der Boden Zeit

Die Rekultivierung einer Kiesgrube ist eine grosse Herausforderung. Das hat ein Erfahrungsaustausch zwischen Vertretern des Verbands der Kies- und Betonproduzenten Aargau (VKB) und der kantonalen Abteilung Umwelt gezeigt. Stefan Bürgler ist Geschäftsführer der Hochuli AG, welche in Kölliken grosse Kiesgruben betreibt und auf deren Gelände der Erfahrungsaustausch stattfand. «Wir wollen auch in Zukunft Kies abbauen und sorgen dafür, dass wir nach der Entnahme gute Böden hinterlassen.» Die Firma besitze zwar grosse Landreserven. Rund die Hälfte der Kiesflächen gehöre aber Bauern. Diese wissen, dass Boden lebt.

«Es ist die biologische Aktivität, die das Bodengefüge stabilisiert und Pflanzennährstoffe verfügbar macht», führt Schaub aus. Boden, der lange Zeit auf einem Depot gelegen habe, müsse bei der Rekultivierung reaktiviert werden. Unmittelbar nach dem Aufbringen wird der Boden mit tiefwurzelnden Pflanzen (beispielsweise Luzerne) begrünt. Frisch rekultivierter Boden reagiert auf Eingriffe empfindlich. Deshalb darf er in den ersten drei Jahren nur als extensive Wiese genutzt und weder gedüngt noch beweidet werden. (bkr)

Zwischen dem Einreichen des Baugesuchs und der Baubewilligung verging gut ein Jahr. Stiess man mit dem Vorhaben auf Widerstand? Nein, sagt Erwin Müller, Einsprachen habe es keine gegeben. Es habe jedoch viel Zeit gebraucht, bis alle umfangreichen Dossiers abgeklärt worden seien.

Abbau von 1,1 Millionen m Kies

Die Erweiterung der Kiesgrube «Allmend Kulmerau» auf das Gebiet von Schmiedrued-Walde umfasst rund drei Hektaren. Das Areal grenzt an das bisherige Abbaugebiet der Sebastian Müller AG, das zurzeit rund sechs Hektaren aktive Abbaufläche misst. Die westliche Flanke des Erweiterungsgebiets wird auf einer Länge von rund 300 Metern freigelegt, wodurch ein landschafts- und umweltfreundlicher Zugang ins Abbauareal Schmiedrued gelegt wird: Die rund 1,1 Millionen geplanten Kubikmeter Kies können so direkt über die Luzerner Seite abtransportiert werden.

Für das Erweiterungsvorhaben der Sebastian Müller AG musste das Schmiedrueder Wasserreservoir auf der Kantonsgrenze ersetzt werden. Dafür hat die Luzerner Betonherstellerin auf eigene Kosten ein neues Reservoir erstellen lassen und es der Gemeinde Schmiedrued-Walde geschenkt. Im vergangenen Juni konnte das 550 Kubikmeter fassende Wasserreservoir im Gebiet «Charre» eingeweiht werden.

Die Erweiterung der Kiesgrube «Allmend Kulmerau» auf Schmiedrueder Boden wird nicht sofort erfolgen. «Wir rechnen damit, dass wir Anfang 2016 mit dem Abtragen von Humus beginnen können», sagt das Geschäftsleitungsmitglied, Erwin Müller. Der Abbau werde zeitgleich mit der südlichen Erweiterung der Kiesgrube auf Trienger Seite geschehen.

Die Firma plant, den Kies während neun Jahren abzubauen. Weitere vier rechnet sie für die Rekultivierung (siehe separater Text) der Kiesgrube.