Kölliken
Badi Kölliken: Total-Sanierung fällt ins Wasser – es fehlen 70000 Eintritte

Damit das Schwimbad rentabel wäre, bräuchte es 70000 mehr Einzeleintritte. Der schlechte Sommer vermieste der Badi das Geschäft, dazu kommt, dass 75 Prozent der Badibesucher ihre Steuern in einer anderen Gemeinde zahlen.

Raphael Nadler
Merken
Drucken
Teilen
Gähnende Leere in der Badi – so sah es diesen Sommer auch in Kölliken aus.

Gähnende Leere in der Badi – so sah es diesen Sommer auch in Kölliken aus.

Martin Zürcher

Um den Schwimmbadbetrieb in Kölliken sicherzustellen und um das schadhafte Dach der Garderoben zu sanieren, beantragt der Gemeinderat der nächsten Gemeindeversammlung vom 28. November einen Kredit von 1,5 Millionen Franken.

Sie stammen noch aus der alten Amtsperiode, die Sanierungsakten für eines der schönsten Schwimmbäder der Region. Und sie bewegten sich, unter Einschluss aller Optionen zwischen 2,7 und 4,1 Millionen Franken. «Dass der Kreditantrag nun aber (nur) auf 1,5 Millionen Franken lautet, hat mit der momentanen Finanzlage der Gemeinde zu tun», sagt Gemeindeammann Fredy Gut. «Aber auch mit den weiteren Investitionen und der Notwendigkeit, den ordnungsgemässen Schwimmbadbetrieb sicherzustellen.»

1.5 Millionen Franken...

...beantragt der Kölliker Gemeinderat an der Gemeindeversammlung. Damit will er die technischen Anlagen sanieren, das kaputte Dach der Garderoben reparieren und den Schwimmbadbetrieb sicherstellen.

Schon zum wiederholten Male hat sich der neu bestellte Gemeinderat in diesem Jahr zum Schwimmbadprojekt beraten. Auch mit Gemeinderäten der Nachbargemeinden wurden Gespräche geführt. Erstmals stand dem Gemeinderat auch eine Besuchererhebung zur Verfügung, welche ein detailliertes Bild über die Besucherstruktur abgibt.

Es fehlen 70 000 Einzeleintritte

In dieser verregneten Saison verzeichnete die Badi Kölliken insgesamt 27 500 Besucherinnen und Besucher (Vorjahr 51 200). Weniger als 10 Prozent der rund 9000 gelösten Einzeleintritte entfielen auf Köllikerinnen und Kölliker. Die rund 200 Saisonkarten wurden mehrheitlich von Köllikern gekauft. Bei den 130 verkauften Zehnerkarten entfielen rund ein Drittel auf Köllikerinnen und Kölliker.

«Mein Fazit», sagt Fredy Gut, «wohl über 75 Prozent der Badigäste haben ihr Steuerdomizil nicht in Kölliken.» Dass die Badi Kölliken in diesem Jahr dunkelrote Zahlen schreibt, versteht sich nach diesem Sommer, der diesen Namen für einmal nicht wirklich verdient, fast von selbst. Schliesslich gebe es wohl kaum eine Badi, die rentabel sei, ist Fredy Gut der Meinung. «Zu einer ausgeglichenen Rechnung benötigen wir rund 70 000 Eintritte mehr», sagt er.

Das Defizit der Badi trägt die Gemeinde Kölliken schon seit dem Bau der Badi vor mehr als 35 Jahren selbst. «Die Gemeinderäte von Muhen und Safenwil haben zwar in Aussicht gestellt, nach Möglichkeit einen bescheidenen Beitrag zum Ausgleich des Defizits zu sprechen, doch bewilligt haben die Stimmbürger das noch nicht», sagte Fredy Gut. Einen kleinen, vierstelligen Zustupf an dieses Projekt habe es von den Bezirks- und Nachbargemeinden zum 150-Jahr-Jubiläum der Gemeinde gegeben.

Neue Farbe statt neues Becken

Das Projekt, das am 28. November vor die Gmeind kommt, umfasst eine Erneuerung der technischen Anlagen. Das betrifft unter anderem die Badewasseraufbereitung, die Pumpen und die Zu- und Ableitungen. Eine Beckensanierung, die Erneuerung der Fugendichtungen und eine Sanierung des undichten Flachdaches bei den Garderoben sind ebenfalls Teil der Kreditvorlage.

«Statt einer Totalsanierung für 4,1 Millionen Franken planen wir nun das Nötigste, um den Badi-Betrieb aufrechtzuhalten», sagt Fredy Gut. «Wir verzichten unter anderem auf den Einbau eines Chromstahlbeckens, den Ausbau des Restaurants oder auf eine Wasser-Kletterwand», sagt Fredy Gut. «Das alles würde die Badi aufwerten, doch für den Schwimmbadbetrieb ist es nicht nötig.»