Er ist Garagist in Schöftland und wird diesen Samstag im selben Atemzug mit Stars und Sternchen des Schweizer Show-Himmels genannt: Hannes Roth hat mit seiner rasenden Badewanne die Aufmerksamkeit der SRF-Sendung «Glanz und Gloria» auf sich gezogen und gehört zu den Auserwählten, die für einen «Golden Glory» nominiert sind. Am Gala-Abend, an dem die goldenen Champagnerkübel in den Kategorien «Style», «Love», «Crazy», «Emotion» und «Like» plus Publikumspreis verliehen werden, trifft sich, was Talent, Stimme oder Schönheit (oder alles zusammen) hat.

Zu den letztjährigen Gewinnern gehören etwa Moderatorin Christa Rigozzi und Sänger Seven. Ob Roth dieses Jahr mit einem goldigen Chübeli nach Hause geht, können die Zuschauer bereits jetzt mitbeeinflussen: Auf der Internetseite von «Glanz und Gloria» kann man ihm seine Stimme geben.

Eine Bier-Idee

Autodiagnostiker Roth, der seit 2016 mit seinem selbst gebauten Badewannen-Rennwagen am Reitnauer Bergrennen teilnimmt, wurde durch seinen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde vom Fernsehen entdeckt. Als «Glanz und Gloria» im vergangenen Jahr eine Sendung zu Schweizer Weltrekordhaltern plante, stiess sie beim Blättern im Guinness-Buch auf Roth und seinen Brause-Schlitten, der, mit einem Töff-Motor ausgestattet, stolze 186,8 Stundenkilometer hinlegt.

Der Schmiedrueder, der das TV-Publikum im Beitrag mit an der Duschstange befestigter Kamera auf eine Badewannen-Spritzfahrt entführte, beeindruckte die Redaktionen von «Glanz & Gloria», «Tele» und «Glückspost»: Sie nominierten ihn nebst der schillernden Make-up-Unternehmerin Dianne Brill und dem Bündner CVP-Politiker Martin Candinas für den «Glory 2018» in der Kategorie Crazy.

Verrückt war Roths Idee, mit einer Badewanne an Autorennen zu starten, schon ein bisschen, das gibt er gerne zu. Beim Fiirobe-Bier habe er einst von seinem Traum gesprochen, in einer bequemen Badewanne ans Rennen zu gehen. Die Kollegen hielten dies für ein Ding der Unmöglichkeit. «Geht nicht, gibts nicht», habe er sich gesagt und ersteigerte im Internet kurzerhand eine Badewanne, ein Unfallmotorrad und ein Rennkart.

Die Probefahrt war noch halsbrecherisch – nach der Vollbremsung waren die Bremsen plötzlich in Rauch gehüllt. Als er im Mai 2016 auf einer Teststrecke seinen Weltrekordversuch durchführte, war das Gefährt in besserem Zustand. Das war auch nötig, denn vor dem Ruedertaler hatte ein anderer Tüftler bereits einen Badewannen-Raserrekord aufgestellt. Die 68 Stundenkilometer, die es zu überbieten gab, fegte Rot mit seinen 186,8 km/h glatt weg. Gute Voraussetzungen also, dass er sich am Samstag durchsetzen wird.