Moosleerau/Kirchleerau
Bäcker Squindo braucht nur noch zum Putzen Leitungswasser

Schon fast eine Woche warten die Einwohner der Gemeinden Moosleerau und Kirchleerau nun auf die Freigabe des verunreinigten Leitungswassers. Morgen Donnerstag sollen die nächsten Ergebnisse der jüngsten Wasserproben vom Kanton folgen.

Ramona Patt
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Bäckerfamilie Suindo in Moosleerau.

Bäckerfamilie Suindo in Moosleerau.

AZ

Besonders hart trifft es die Bäckerei «Tea Room Squindo». Sie produzieren nicht nur Gebäck, sondern auch Glacé und verschiedenste Getränke mit Leitungswasser. Seit Freitag mussten sie ihren Betrieb radikal umstellen. Nun wird nur noch bei der Kaffeemaschine und zum Putzen das verschmutze Leitungswasser verwendet. Vor dem Putzen wird das Wasser allerdings auch auf über 80 Grad erhitzt und die gereinigten Flächen noch zusätzlich desinfiziert. Die Kaffeemaschine erhitzt das Wasser automatisch auf mindestens 85 Grad.

Ansonsten verwendet die Bäckerei nur noch Mineralwasser ohne Kohlensäure. «Wir legen grossen Wert darauf, dass alles sauber ist», erzählt Elisabeth Squindo, Geschäftsinhaberin der Bäckerei, und schiebt nach, «es ist unvorstellbar, was wir für Wassermengen verbrauchen.» Das geht nicht nur ins Geld, auch die Muskeln sind gefragt. Mehrmals am Tag müssen die Mitarbeiter der Bäckerei im gegenüberliegenden Volg Mineralwasser holen. Rund 30 Flaschen à 1,5 Liter verbraucht die Bäckerei an einem halben Tag. Das ergibt bisher bereits 330 Flaschen und somit 495 Liter für die fünfeinhalb Tage, seit das Wasser verunreinigt ist.

600 Flaschen Wasser nachbestellt

Auch im Volg mussten Massnahmen getroffen werden. «Wir erhalten nur einmal in der Woche eine Wasserlieferung», sagt Susanne Erni, Mitarbeiterin im Volg. Trotz Lagervorrat von 40 Packungen à sechs 1.5 Liter Flaschen hätten die Mitarbeiter gleich nach der Bekanntmachung der Wasserverschmutzung beim Landi Aarau West Wasser nachbestellt. Insgesamt mussten sie bisher 100 Packungen nachbestellen, weil die Nachfrage nach abgepacktem Wasser so gross ist.