Reinach
Auszonungen: AargauSüd spricht Klartext – und kritisiert den Kanton

Der Gemeindeverband aargauSüd impuls liest dem Kanton die Leviten, bevor er sich substanziell zum Entwurf «Richtplan Siedlungsgebiet» äussert.

Peter Siegrist
Merken
Drucken
Teilen
Gontenschwil «Steinmauer», Burg «Sandgasse»,Menziken, nördlich Spital und Reinach «Sonnenberg» (von links oben im Uhrzeigersinn).

Gontenschwil «Steinmauer», Burg «Sandgasse»,Menziken, nördlich Spital und Reinach «Sonnenberg» (von links oben im Uhrzeigersinn).

Peter Siegrist

Dass der Kanton die auszuzonenden Flächen direkt in die öffentliche Mitwirkung gebracht habe, sei für die Region und die Gemeinden ein Affront gegen ihre Diskussionsbereitschaft. Betroffenene Behörden und Bürger hätten es aus der Zeitung erfahren. «Die vorliegende Mitwirkung bietet nun die Möglichkeit diese Koordination nachzuholen», schreibt aargauSüd impuls und verlangt, dass die vier von Auszonungen betroffenen Gemeinden, der Kanton und aargauSüd dauernd im Austausch stehen müssten. Es gehe darum, die weiteren Schritte in Sachen Auszonungsflächen zu koordinieren.

Überdimensionierte Bauzonen

Der Verband aargauSüd anerkennt in seiner Stellungnahme, dass es in den Gemeinden «punktuell überdimensionierte Bauzonen gibt». Bei Auszonungen brauche es jedoch Lösungen, die gegenüber Bund, Kanton und Gemeinden tragfähig seien.

Dazu gehört für den Verband, dass die Entschädigungsfrage diskutiert werde. Vor allem bei Flächen, die komplett ausgezont werden sollen, müssten für die Eigentümer Entschädigungen erfolgen. Der Verband schlägt dafür einen kantonalen Fonds für Mehrwertabgaben vor. Dahinein müssten die Mehrwertabgaben fliessen, die aus Einzonungen generiert würden.

Mit Nachdruck verlangt der Regionalverband, dass geplante Auszonungen mit den Gemeinden besprochen werden, bevor der definitive Entwurf des Richtplans in den Grossen Rat eingereicht werde – vor allem wenn diese von den Anträgen der Gemeinden abweichen würden. AargauSüd will verhindern, dass der Kanton über die Gemeinden hinweg plant.

Vier Gemeinden sind betroffen

Insgesamt sollen im Gebiet von aargauSüd 10,5 Hektaren Bauland ausgezont werden. Betroffen sind Gontenschwil, Menziken, Reinach und Burg. Wie die az am 13. Juni berichtete, waren die Reaktionen und Stellungnahmen der vier Gemeinden unterschiedlich. AargauSüd unterstützt in seiner Stellungnahme explizit die Anträge der Gemeinden.

Burg hat beantragt, dass in seinem einzigen Entwicklungsgebiet «Sandgasse» nur 1,6 Hektaren ausgezont werden. Als Kompensation biete die Gemeinde als Auszonungsmöglichkeit 0,6 ha an einem anderen Ort an.

Gontenschwil weist darauf hin, dass das Gebiet Chilematt (1,0 ha) bereits im laufenden Revisionsverfahren der Ortsplanung zur Auszonung evaluiert werde und will bei der zweiten Fläche (Chilematt) eine kleine Anpassung. Statt 2,3 würden in Gontenschwil lediglich 2,2 Hektaren ausgezont.

Menziken gibt bekannt, dass die Gemeinde mit der Auszonung von 1,8 ha im Gebiet Brunnenrain einverstanden ist. Vehement wehrt sich der Gemeinderat gegen die Auszonung von 1,8 ha nördlich des Spitals. Dieses Gebiet sei im Besitz des Spitals und von einem Schenker für wohltätige Zwecke bestimmt.

Diese einzige Landreserve des Spitals will die Gemeinde in der laufenden Revision der Bau- und Nutzungsordnung in die Zone für öffentliche Bauten umzonen. Als Kompensation will Menziken das Siedlungsgebiet «Schürlimatt» um eine Hektare verkleinern. Zusammen würden in Menziken 2,8 statt 3,6 Hektaren ausgezont.

Reinach unterbreitet dem Kanton kleinere Änderungen an dessen Vorschlag und bietet zusätzlich eine Kompensation mit zwei weiteren Flächen von 1,6 ha an. Somit würden in Reinach statt der im Entwurf verlangten 1,8 ha insgesamt 2,65 ha ausgezont.

Grund für diese planerischen Änderungen ist das neue Regionalplanungsgesetz, welches mit dem Richtplan das Siedlungsgebiet verbindlich definiert.