Menziken-Burg
«Ausruhen ist nicht mein Ding»

Die reformierte Kirchgemeinde hat einen neuen Pfarrer: Mario Gaiser. Am Sonntag werden Amtseinsetzung undKirchenjubiläum gefeiert.

Rahel Plüss
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Rahel Plüss

Jung war er, erst Anfang 20 und frisch ab Studium, als er in Egerkingen seine erste Pfarrstelle antrat. Es gab viel zu tun. Mario Gaiser hatte Ideen, war engagiert, «ein Gründer», wie er von sich selber sagt. Selbst heute noch schwingt beim Erzählen von damals Begeisterung mit. Fast 30 Jahre ist er in der Kirchgemeinde am Jurasüdfuss geblieben.

Jetzt ist es Zeit, «die richtige Zeit», wie Mario Gaiser sagt, für etwas Neues. «Sitzenbleiben und ausruhen ist nicht mein Ding.» Drei seiner vier Kinder sind inzwischen ausgeflogen, das machte den Familienumzug überschaubarer. Überschaubarer ist auch die neue Kirchgemeinde. Während Gaiser als Pfarrer in Egerkingen acht Gemeinden zu betreuen hatte, sind es jetzt noch deren zwei: Menziken und Burg. Der neue Pfarrer freut sich, künftig in der Gemeinde, in der er arbeitet auch als Freizeitmensch aktiv und präsent sein zu können. «Ich möchte das leben, was ich sage.»

Gaiser bezeichnet sich als Beziehungsmensch. Sein Motto: Gott, sich selber und andere gern haben. «Mir geht es in erster Linie darum, hier als Pfarrer Freundschaften einzugehen.» Denn die Kirche habe in einer Zeit, in der es «so viel Familienfrust und so viel Depressives gibt», das Grossartigste überhaupt zu bieten – einen Gott, der
365-mal sage: «Fürchte dich nicht, du bist toll.» Gaiser lacht, der zweite Satzteil ist nicht ganz wortgetreu, der erste stehe aber tatsächlich 365 Mal in der Bibel. Er geht zum Spiegel, der in seinem Büro hängt, fasst sich an die Nase und sagt: «Stellen Sie sich vor, wie ermutigend, wie glücklichmachend es ist, wenn Ihnen jeden Tag einer sagt, wie toll Sie sind.»

Für den 57-Jährigen ist klar: «Eine Kirche, die nur am Sonntagmorgen stattfindet, ist viel zu wenig.» Deshalb möchte er, wie schon an seinem früheren Wirkungsort, verschiedene Gruppen und Aktivitäten gründen, in denen sich möglichst viele Menschen, Jung und Alt, einbringen können.

Festgottesdienst: So, 13. Sept., 9.30 Uhr, Amtseinsetzung und 125-Jahr-Jubiläumsfeier mit Vizedekan Andreas Schindler.

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