Kölliken
Aus Kinder-Ideen sollen jetzt reale Projekte werden

Beim Kinder-Mitwirkungstag diskutierten Experten mit Kindern, wie ihre Ideen umgesetzt werden können. Der Süssigkeitenladen hat sich dabei als beliebtestes Projekt herausgestellt.

Selina Graf
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Die Gruppe Hüpfburg-Badi ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht alle Projekte so ausgeführt werden können wie am Anfang gedacht. sgr

Die Gruppe Hüpfburg-Badi ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht alle Projekte so ausgeführt werden können wie am Anfang gedacht. sgr

Bei dem Pilotprojekt «Kinder mit Wirkung» will der Verein Infoklick Kinder besser in die Gesellschaft integrieren. Als erster Schritt hatten im September 45 Schüler bei der Kinderkonferenz Ideen gesucht, wovon sie sich schlussendlich für fünf entscheiden mussten.

Am Dienstag diskutierten nun rund 70 Schüler beim Kinder-Mitwirkungstag, wie diese Ideen umgesetzt werden können. «Es freut uns, dass sich das Projekt so herumgesprochen hat», sagt Kathrin Schlatter, Vizepräsidentin der Schulpflege Kölliken, mit Blick auf die gestiegene Teilnehmerzahl. «Dies zeigt, dass das Bedürfnis, etwas zu verändern, sehr gross ist.»

Hüpfburg in Badi zu gefährlich

Bei der Kinderkonferenz hatten der Süssigkeitenladen, ein Skatepark, das Kinder-Gefängnis, eine Hüpfburg für die Badi und ein Robinson-Spielplatz die meisten Stimmen erhalten. Am Kinder-Mitwirkungstag berieten nun mehrere Experten die Kinder, wie sie ihre Ideen umsetzen könnten. Das Projekt Kinder-Gefängnis entwickelte sich dabei in zwei Richtungen: Zum einen hätten die Kinder gerne eine Wohlfühloase, zum andern einen Problemlöseraum.

Aus dem Robinson-Spielplatz wurde ein Baumhaus und auch die Gruppe Hüpfburg musste umdenken: Badmeister Peter Hauri erklärte den Kindern, dass die Gefahr zu gross und die Pflege zu aufwendig wäre für eine Hüpfburg in der Badi. Die Kinder liessen sich in der Folge einiges einfallen, um ihre Hüpfburg irgendwie doch noch zu ermöglichen. Man einigte sich darauf, bei einem noch unbekannten Anlass einen Sponsorenlauf durchzuführen, wobei der Erlös für eine Hüpfburg zum Mieten eingesetzt werden soll.

Leckere Desserts für Besucher

Das beliebteste Projekt in der Diskussion war der Süssigkeitenladen. Es wurde über einen möglichen Standort, die Verkaufswaren und deren Herstellung sowie über die Finanzierung diskutiert. Dabei kamen die Kinder auf die Idee, selber etwas beizutragen und Cupcakes, Muffins und Lebkuchen zu backen. Um gleich zu zeigen, dass sie dies können, buken die Kinder zusammen mit Peter Trittenbach, Pfarrer von Kölliken, und Hauswirtschaftslehrerin Christine Vögeli verschiedene leckere Desserts für die Besucher der Projektpräsentationen.

Kathrin Schlatter zieht ein positives Fazit aus dem Pilotprojekt «Kinder mit Wirkung»: «Ich bin sehr erstaunt, was in so kurzer Zeit herausgearbeitet wurde. Und ich bin überrascht über die vielen Zusagen von Experten, die uns über das Machbare aufklärten.»

Die Arbeit der Kinder ist damit getan. Nun ist es Sache der Organisatoren von «Kinder mit Wirkung», in Kölliken über die weiteren Schritte zu diskutieren. Für Projektleiterin Vera Stoll von Info-
klick endete mit dem Kinder-Mitwirkungstag die Zusammenarbeit mit der Schule Kölliken. «Die Hauptsache ist, dass wirklich etwas bewegt wird», sagt Vera Stoll. «Nichts ist unmöglich, es gibt für jede Idee eine mögliche Lösung.» Sie habe viel positives Feedback erhalten. Eines davon habe es genau auf den Punkt gebracht: «In einem Brief hat ein Teilnehmer geschrieben: Kinder an die Macht», erzählt Vera Stoll – und lacht.