Strategie
Aus für Geburten-Abteilung: Wie das Spital Menziken nun überleben will

Mit der Schliessung der Geburtenabteilung verfolgt die Klinik Menziken das Ziel sich als Gesundheitszentrum im Raum aargauSüd zu positionieren. Dafür soll die stationäre und tagesklinische Grundversorgung weiter ausgebaut werden.

Melanie Eichenberger
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Spitaldirektor Daniel Schibler (links) und Verwaltungsrats-Vizepräsident Thomas Staub.

Spitaldirektor Daniel Schibler (links) und Verwaltungsrats-Vizepräsident Thomas Staub.

Mei

Knall auf Fall wurde die Geburtenabteilung des Asana Spital Menziken am Montag geschlossen. Dies, nachdem die Spitalleitung den Entscheid am Freitag kommuniziert hatte. Das Entsetzen der werdenden Mütter im Wynental ist gross. Nur zwei Tage zuvor hatte noch ein Infoabend für werdende Eltern stattgefunden.

Die Beweggründe der Spitalleitung gerieten bei diesem emotionalen Thema in den Hintergrund. Dem Spitaldirektor Daniel Schibler ist es wichtig, zu betonen, dass das Aus der Geburtenabteilung nicht der Anfang vom Ende sei: «Der Entscheid zur Schliessung der Geburtshilfe erfolgt im Zusammenhang mit der künftigen strategischen Ausrichtung des Spitals.» Strategische Gedanken habe sich die Asana Gruppe seit einiger Zeit gemacht, so Thomas Staub, Vizepräsident des Verwaltungsrats.

Und so will sich das Spital Menziken «fit für die Zukunft machen» und sich als Gesundheitszentrum für die Region aargauSüd positionieren: «Wir sind das Spital für das Häufige», so Schibler. «Menziken» wolle die stationäre und tagesklinische Grundversorgung in der Inneren Medizin, der Chirurgie, der Urologie und der Orthopädie/Prothetik weiter ausbauen. Auch das Angebot des Ambulatoriums in häufigen Fachdisziplinen – wie beispielsweise die kardiologischen Sprechstunden mit Kaderärzten des Kantonsspitals Aarau – sollen erweitert werden.

Notfallstation auch für Schwangere

Die Spitalleitung hält fest, dass die Notfallstation des Asana Spital Menziken trotz Schliessung der Geburtenabteilung während 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr auch Schwangeren zur Verfügung steht. «Als Eintrittspforte für alle Gesundheitsprobleme der Bevölkerung» ist der Notfall für die Klinik von zentraler Bedeutung. Dazu gehört auch der eigene Rettungsdienst.

Um in der Diagnostik und Triage weiterhin kompetent sein zu können, wird für ungefähr 500 000 Franken ein Computertomograf angeschafft. «Ein Muss für eine Notfallstation», sagt der Spitaldirektor. Die Befundung von Bildern werde ausser Haus gemacht.

Hatte man in Menziken Anfang Jahr noch über einen räumlichen Ausbau nachgedacht, ist heute klar, dass die angestrebte Entwicklung in der bestehenden Immobilie möglich ist. «Als integrative Angebotsergänzung wird das Spital freie und frei werdende Flächen an private Leistungserbringer vermieten», schreibt das Spital.

Chirurgie wird weiter gestärkt

Zum Kerngeschäft gehören in Menziken die Innere Medizin (50 Prozent) und die Chirurgie (37 Prozent). Seit Anfang Jahr ist ein Facharzt Chirurgie angestellt, um das chirurgische Angebot, das bisher nur von Belegärzten abgedeckt wurde, zu ergänzen.

Das Regionalspital will dadurch seine Position in der chirurgischen Grundversorgung stärken. Unter anderem auch durch die Zusammenarbeit mit dem Spital Zofingen. Zudem fokussiert sich das spitalinterne Pflegeheim auf Schwerpunkte, die den Vorteil der räumlichen Nähe und der raschen Verfügbarkeit von Fachärzten nutzen.

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